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Hochleistungssport ist immer auch ein Gang auf des Messers Schneide

Was für eine Enttäuschung für Profi-Triathletin und Mainova-Team-Kapitänin Laura Philipp, die ihr Debüt auf der Langdistanz beim Mainova IRONMAN Frankfurt Ende Juni wegen einer Reizung der Achillessehne absagen musste. Aber sie war dennoch dabei. Auf einem kurzen Streckenabschnitt auf dem Rad, zusammen mit ihrer Frauenstaffel Mainova Women for Sports Relay by Laura Philipp, um mehr Frauen zum Sport zu motivieren. Und dann das glanzvolle Comeback mit dem Sieg trotz widriger Umstände am 26. August beim Ironman 70.3 in Zell am See und nun beim Ironman 70.3 auf Rügen. Im Interview erzählt Laura, wie sie die Verletzung so schnell überwunden hat, welche Trainingsmethoden auch Hobby-Athleten helfen und welche Pläne sie für die kommenden Monate hat. Und natürlich auch über das Thema „Frauen im Sport“, dass ihr so am Herzen liegt.
Bilder > Foto: Heiko Rhode

Herzlichen Glückwunsch nachträglich zu den Siegen in Zell und auf Rügen, Laura. Das waren sicher tolle Erlebnisse, aber lieber hättest Du wohl in Frankfurt Dein Langstreckendebüt gegeben. Was ging in Dir vor, nachdem Du die Entscheidung treffen musstest, nicht anzutreten?
Da hat es mich förmlich zerrissen, denn ich wollte unbedingt dort starten und dann musste ich zuschauen. Zuschauen ist aber überhaupt nicht mein Ding, also war es schon ein schwerer Gang nach Frankfurt. Aber ich will und kann nicht gegen meinen Körper arbeiten und deshalb war das die richtige Entscheidung, rechtzeitig die Reißleine zu ziehen.

 

Was genau war eigentlich passiert?
Es war eine klassische Reizung durch Überlastung, die zu sechs Wochen Totalausfall beim Laufen geführt hat. Ich habe zwar weiter mein Schwimm- und Radtraining absolviert, aber auch das mit Einschränkungen und geringerer Intensität.

 

Und wie bist Du so schnell wieder fit geworden?
Das war ein Zusammenspiel aus Physiotherapie und der sehr guten Behandlung bei Professor Holger Schmitt vom Deutschen Gelenkzentrum in den Atos-Kliniken Heidelberg. Und ich habe dreimal in der Woche ergänzendes Training für Kraft, Dehnung und Stabilisierung gemacht. Das kann ich auch allen Hobby-Athleten unbedingt empfehlen, das ist wie eine zusätzliche Disziplin beim Triathlon und sollte unbedingt in den Trainingsplan, auch ohne Verletzung.

 

Hast Du aus deiner Verletzung auch etwas gelernt?
Mir wurde klar, dass Hochleistungssport immer auch ein Gang auf des Messers Schneide ist und dass ich das nicht vergessen darf. Aber ich habe mir auch klar vor Augen geführt, dass ich trotz einer Verletzung aktiv sein kann, wie in der Frauen-Staffel, und dass ich schnell wieder erfolgreich sein und weit vorne mitspielen kann.

 

Wie bist Du mit dieser Situation mental umgegangen?
Ein Ironman ist ein anspruchsvolles Vorhaben, da muss ich so eine Verletzung einfach respektieren. Ich habe mich aber ständig aktiv damit auseinandergesetzt und nach vorne geschaut, welche Möglichkeiten ich jetzt habe. Ich habe mein Jahr umstrukturiert und mir realistische Ziele gesetzt. Das bringt Erfolge und ist dann auch gut für die Motivation.

 

Und der Erfolg kam dann auch prompt in Zell am See!
Ja, und das trotz schwieriger Wetterbedingungen. Auf der Rennstrecke lag Schnee, die ist deshalb abgesagt worden. Das war für mich echt eine mentale Herausforderung, weil ich hier eigentlich meine Stärke gegenüber den anderen Starterinnen gesehen hatte. Aber offenbar habe ich mich in den Wartestunden auf den Start gut damit auseinandergesetzt, denn obwohl ich erst nach der halben Schwimmstrecke so richtig ins Rennen kam, bin ich dann mit fitten Beinen auf die Laufstrecke gegangen und dort eine tolle Zeit gelaufen. Und das Beste ist, dass ich mit dem Sieg auch gleich die Qualifikation für die 70.3-Weltmeisterschaft nächstes Jahr in Nizza erreicht habe.

 

Also arbeitest du schon auf 2019 hin?
Erstmal gehe ich Schritt für Schritt durch dieses Jahr. Mittlerweile habe ich dreizehnmal gewonnen und bin gespannt, wie es dieses Jahr weitergeht. Und wenn im Training weiterhin alles passt, dann will ich im Oktober in Barcelona doch noch mein Debüt auf der Langstrecke geben.

 

Da drücken wir natürlich die Daumen. Aber Du bist ja nicht nur Profi-Sportlerin, sondern kümmerst Dich auch um die Förderung des Breitensports. Zum Beispiel als Mainova-Teamkapitänin beim kommenden Mainova Frankfurt Marathon oder eben mit der eingangs erwähnten Frauenstaffel. Wie ist diese Initiative angekommen?
Wir haben in Frankfurt einen tollen Tag gehabt, alle Teilnehmerinnen hatten viel Freude und Spaß und wir haben auch eine klasse Leistung gezeigt. Das war ein bärenstarker Tag für uns, aber auch eine gute Werbung dafür, dass Frauen sich aktiv und erfolgreich auch in Sportarten wie Triathlon einbringen. Wir haben dauernd Interviews gegeben und auch in den sozialen Netzwerken war die Resonanz auf diese Aktion wirklich toll.

 

Warum hast du diese Initiative überhaupt gestartet?
Ich möchte Frauen für Sport begeistern. Das muss nicht Marathon oder Triathlon sein, das kann auch jede andere Sportart sein. Ich möchte Frauen stärken, sie auch zur Teilnahme an Wettbewerben ermutigen, aber vor allem einfach Freude am ambitionierten Sport vermitteln.

 

Mit einer Aktion alleine wird das nicht gelingen, oder?
Die Frauen-Staffel war definitiv gute Werbung für mein Anliegen. Ich plane derzeit noch nicht konkret eine Neuauflage, ich habe mich auf meine Verletzung konzentriert und jetzt auf die kommenden Ziele. Aber ich bin auf alle Fälle dabei, wenn wieder so eine Aktion startet.

 

Dafür viel Erfolg, und natürlich für den Wettkampf in Barcelona. Vielen Dank für das Gespräch.

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