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Laufsport in der Region

Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon

„Triathlon hat immer noch riesiges Potenzial, jeder will mitmachen.“

Normann Stadler ist positiv gestimmt - der ehemalige Triathlet im Interview
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Normann, Dein Karriereende kam 2011 plötzlich und unfreiwillig. Wie blickst Du heute zurück auf die schwere Herzerkrankung samt Operation?
Direkt nach der OP brauchte ich eine Auszeit vom Sport. Ich habe mich natürlich gefragt, ob ich Mitschuld an der Erkrankung hatte, durch Trainingsfehler zum Beispiel, ob ich mich noch öfter und gründlicher hätte durchchecken lassen. Das sagt sich im Nachhinein leicht, aber ich habe 20 Jahre Höchstleistungen erbracht und da denkt man natürlich, das passt schon alles. Heute weiß ich, dass mein Herzfehler genetisch bedingt war, meine Mutter hat sich mittlerweile operieren lassen müssen und unsere beiden Söhne werden nun in regelmäßigen Abständen untersucht. Das ist halt so, aber es ist zumindest gut zu wissen, woran es gelegen hat. Ich bin nun deshalb mit mir selbst im Reinen.
 
Du warst für Rennen angemeldet und gerade im Trainingslager, als Du Beschwerden und dann die Diagnose bekamst – das war eine Vollbremsung.
Es war schon knapp, die Aorta hätte jederzeit reißen können. Das Heimtückische bei einem Aortenaneurysma ist, dass du davon nichts merkst.
 
Und heute? Wie viel Zeit nimmt der Sport noch in deinem Leben ein?
Ich bin wieder sehr nah dran, bekomme viele Informationen aus der Szene und meine Reputation ist gut, sonst hätte man mich wohl nicht, zusammen mit Chrissie Wellington, zum europäischen Teamkapitän für den Collins Cup gemacht.
 
Collins Cup, worum geht’s da?
Ein Triathlon-Wettkampf zwischen Europa, den USA und einem internationalen Team. Er soll im Juni 2018 stattfinden, mit einer an das ITU-Regelwerk angelehnte Wettkampfdistanz über 3 km Schwimmen, 120 km Radfahren und 25 km Laufen. Pro Team treten zwölf Athleten an, jeweils sechs Männer und sechs Frauen. Als europäische Teamkapitäne sind Chrissie und ich verantwortlich für die Auswahl der Athleten und im Wettkampf dann für die Strategie.
 
Aber du machst noch mehr, oder?
Ja, auch beruflich bin ich im Bereich Sport und Gesundheit aktiv, berate Firmen wie BoehringerIngelheim oder ein griechisches Ressort, gebe Seminare und halte Vorträge. Und ich bin auch selbst wieder sportlich in allen drei Disziplinen unterwegs. Beispielsweise bin ich Ende April beim Hamburger Marathon in einer Charity-Elbstaffel mitgelaufen. Außerdem bin ich Teamkapitän bei meinem Partner Mainova.  Im Juli werde ich wie im vergangenen Jahr beim Mainova IRONMAN in Frankfurt mit einer Staffel an den Start gehen und im Oktober eine Staffel beim Mainova Frankfurt Marathon unterstützen.
 
War es leicht, nach Karriereende und OP beruflich wieder Tritt zu fassen?
Die Leute warten nicht auf dich. Deshalb musst du dir schon während der Karriere ein Netzwerk aufbauen und gut pflegen. Ich habe da viel Energie reingesteckt und viele loyale Freunde. Egal, wie gut du als Sportler warst: Du musst im Beruf Leistung bringen. Die Leute buchen dich einmal, zweimal – wenn sie dann nicht zufrieden sind, kommt ein Anderer.
 
Erfolge bringen hohe Erwartungshaltungen mit sich. Auch Breitensportler gehen oft mit hohem Druck in einen Triathlon. Wie bist Du in deiner aktiven Zeit damit umgegangen?
Man muss den Druck positiv nutzen, dann hilft er. Aber es ist gerade für die Breitensportler natürlich schwierig, die können ja nicht so trainieren wie wir Profis. Das Wichtigste ist: Vernünftig trainieren und dann einfach machen. Im Team geht das besser, die Gruppe motiviert. Aber es geht nicht um Stoppuhr und Stundenkilometer, sondern um die individuelle Stärke des Einzelnen.
 
Wie siehst Du die aktuelle Entwicklung des Triathlonsports?
Sehr positiv. Meine Generation, Faris Al-Sultan, Thomas Hellriegel, Lothar Leder, wir haben den Weg geebnet. Jetzt gibt es viele tolle Athleten, die professionell arbeiten und auch gut verdienen. Engagierte Sponsoren unterstützen sie und wie man gerade erst an Laura Philipp oder Jan Frodeno gesehen hat: Es gibt tolle Ergebnisse. Sebastian Kienle scharrt mit den Hufen, ist heiß auf Erfolge, Patrick Lange hatte super Auftritte. 2016 auf Hawaii haben die deutschen Athleten dominiert. Triathlon hat große Bekanntheit, auch über die Insider-Fans hinaus, und großes Potential. Das gefällt mir alles sehr gut.
 
Was wünschst du dir für die Zukunft des Triathlons?
Im Moment dominiert, wie es mit Wanda und WTC weitergeht. Wanda hat für den Erwerb von Infront und dem Ironman sehr viel Geld in die Hand genommen. Beides sind sehr erfolgreiche Unternehmen mit Umsatzgarantie und deshalb ist das vielleicht gerechtfertigt, aber es ist wichtig, dass alle Athleten genug vom Kuchen abbekommen. Profis und Amateure hängen voneinander ab. Ohne bekannte Profis werden Wettkämpfe auch für Amateure uninteressanter, die wollen mit uns Profis am Start stehen. Das zeigt auch der große Andrang auf die Staffeln und das gibt es bei keiner anderen Sportart. Weder Profis, noch Breitensportler darf man vergraulen, da finde ich es schade, dass WTC Ex-Leistungsträger nicht einbindet, wie in anderen Sportarten üblich. Grundsätzlich hat Triathlon immer noch riesiges Potenzial, jeder will mitmachen. Man muss das weiter fördern, indem man Vereine, Helfer, Regionen und Gemeinden, wo Wettkämpfe stattfinden, stärker einbindet und am Erfolg beteiligt.
 
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