Die Titelseite der Frankfurter Neue Presse vom 24.05.2012 als PDF zum Downloaden.
Kommentar: Hilflos
Am kommenden Mittwoch trifft sich (wieder einmal) der Sportausschuss des Bundestages, um darüber zu diskutieren, wie die Gewalt rund um den Fußball in Deutschland einzudämmen sei.
Die bisher zum Teil äußerst seltsamen Ideen und Forderungen zeigen, dass niemand ein Patentrezept parat hat. Der Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern will an den Stadion-Eingängen gar Gesichtsscanner installieren, obwohl es aus Datenschutzgründen hierzu keine Rechtsgrundlage gibt.
Selbst in Polizeikreisen ist man sich uneins. Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) mit ihrem berühmt-berüchtigt ideenreichen Vorsitzenden Rainer Wendt spricht sich für die Scanner aus, die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hält dies für "Irrsinn".
Die DPolG hat sich nun sogar für lebenslange Stadionverbote ausgesprochen. Sorry, wo bleibt da noch die Verhältnismäßigkeit? Ein Totschläger kann für höchstens 15 Jahre hinter Gittern verschwinden, im Jugendstrafrecht beträgt die Höchststrafe zehn Jahre. Statt immer härtere Strafen zu fordern, sollte sich Polizei lieber einmal Gedanken darüber machen, ob sie eine Kennzeichnungspflicht der Beamten einführt. Das wäre eine deeskalierende Maßnahme, um die derzeit total verhärteten Fronten aufzuweichen. Mit immer härteren Strafen und weiteren Kontrollmechanismen ist die Gewaltproblematik mit Sicherheit nicht zu lösen.
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