Die Titelseite der Frankfurter Neue Presse vom 24.05.2012 als PDF zum Downloaden.
Kommentar: Verblendet
Es steht nicht gut um Ajax Amsterdam. Die Club-Ikone Johan Cruyff schrieb zu Wochenbeginn in einer Zeitungskolumne gar, dass die Situation "wahnsinnig" sei. Da hat er wohl Recht, wenn man bedenkt, dass es beim niederländischen Rekordmeister an allen Fronten brennt.
Mit dem sportlichen Niedergang – Platz 6 in der Meisterschaft, Aus im Pokal und Zittern um die Europapokal-Qualifikation – geht eine öffentliche Zerfleischung des Führungspersonals einher. Das ist um so bitterer, da die prominenten Kontrahenten im Hahnenkampf um Ajax – Cruyff, sein Aufsichtsratskollege Edgar Davids und der auf Stellensuche wandelnde Louis van Gaal – allesamt legendäre Ex-Spieler oder -Trainer des Clubs sind.
Cruyff, hinter dem die große Mehrheit der Fans steht, hat nun vor Gericht einen Etappensieg errungen. Van Gaal darf nicht Direktor bei Ajax werden. Wie verblendet mussten die anderen Aufsichtsräte gewesen sein, als sie glaubten, ihr Votum für van Gaal bei gleichzeitiger Ausgrenzung Cruyffs ginge so einfach glatt.
Van Gaal hat inzwischen ausrichten lassen, dass er vorerst weiter in seinem Ferienhaus in Portugal bleibe. Geldsorgen hat er keine. Er steht noch beim FC Bayern auf der Gehaltsliste.
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