Kommentar: Verzockt

Arsène Wenger hat jüngst für die Abschaffung der Winter-Transfers plädiert. Felix Magath, viele seiner Trainer- und Managerkollegen in der Bundesliga und vor allem die zahllosen Spielerberater werden diese Forderung nicht gerade verständnisvoll aufgenommen haben.

Von Michael Helms

Michael Helms Für den französischen Fußball-Lehrer in Diensten des FC Arsenal London ist der winterliche Spieler-Basar eine "halbgare Lösung" ohne nennenswerten Effekt für den aufnehmenden Club. So blieb das Kurzzeit-Engagement von Thierry Henry die einzige Aktivität des kriselnden Clubs aus der Premiere League auf dem Transfermarkt.

In der Bundesliga hingegen wurde bis gestern Abend um 18 Uhr, als die Spieler-Börse endete, auf Teufel komm raus gezockt und gefeilscht. Am Ende haben die Bundesligisten auf diesem menschlichen Verschiebebahnhof, der einen manchmal an modernen Sklavenhandel erinnert, 50 Millionen Euro investiert, um in der zweiten Transferperiode hektisch die Fehler aus der sommerlichen Saisonplanung zu korrigieren. Manche Clubs wie Wolfsburg oder Freiburg krempelten kurz nach Weihnachten gleich den ganzen Kader um.

Winterzeit im Fußball heißt eben auch Wechselzeit, und einige Verantwortliche haben sich im Winterschlussverkauf der Bundesliga auch verzockt. Zum Beispiel die Frankfurter Eintracht: Geholt werden sollte mit Patrick Helmes ein Stürmer, gekommen ist mit Martin Amedick ein weiterer Verteidiger. Und weil man bei der Eintracht offenkundig nur auf die Karte Helmes gesetzt hatte, hat Trainer Armin Veh nun einen Angreifer weniger im Kader, da man Theofanis Gekas bereits in die Türkei verkauft hat.

Nicht auszudenken, wenn der im Moment verletzte Mohamadou Idrissou, der bislang wirkungsvollste Angreifer der Hessen, noch länger ausfallen sollte. Dann haben sie nämlich bei der Frankfurter Eintracht möglicherweise schon beim Zocken auf dem Winter-Transfermarkt den so dringend notwendigen Wiederaufstieg verspielt.

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