Von der Leyen fordert spürbare Lohnerhöhungen

Bundesarbeits- ministerin Ursula von der Leyen fordert für die Arbeitnehmer deutliche Lohnerhöhungen. Diese müssten so ausfallen, dass sie oberhalb der Inflationsrate liegen, fordert die CDU-Politikerin. Gleichzeitig sprach sich von der Leyen für eine gerechtere Bezahlung aus. Wer arbeite, müsse auch davon leben können.

Berlin. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen fordert spürbare Lohnerhöhungen. Foto: Wolfgang Kumm/ ArchivBundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat spürbare Lohnerhöhungen oberhalb der Inflationsrate für die Arbeitnehmer in Deutschland gefordert.

"In den letzten Jahren haben wir in Deutschland gemeinsam fleißig gearbeitet und Lohnzurückhaltung geübt, damit wir gut aus der Krise kommen", sagte die CDU-Politikerin der "Bild am Sonntag". Nun fahre die deutsche Wirtschaft ordentliche Gewinne ein. "Jetzt müssen die Arbeitnehmer daran beteiligt werden, und sie müssen das Plus auch spüren."

Von der Leyen mahnte, das Lohnplus dürfe nicht gleich von den Preissteigerungen aufgefressen werden. Die konkrete Höhe allerdings sei Sache der Tarifpartner. Skeptisch reagierte die Ministerin auf das Argument der Arbeitgeber, dass sich das Wachstum in Deutschland abschwäche. "Auch wenn es international Risiken für die Konjunktur gibt, die harten Daten in Deutschland weisen auf einen weiter soliden Arbeitsmarkt und volle Auftragsbücher hin", sagte sie. "Das Grundversprechen der sozialen Marktwirtschaft lautet: Wenn alle fleißig mitarbeiten, werden alle am Erfolg und Wohlstand beteiligt."

Zugleich machte sich die CDU-Politikerin für eine gerechte Bezahlung aller Arbeitnehmer stark: "Mein Gerechtigkeitsgefühl sagt: In einer so reichen Gesellschaft wie in Deutschland muss auch ein Geringqualifizierter, der Vollzeit arbeitet, zumindest seinen eigenen Lebensunterhalt verdienen." Die Gewerkschaften haben in dieser Woche 6,5 Prozent mehr Lohn für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie gefordert. Auf 6,5 Prozent beläuft sich auch die Lohnforderung im öffentlichen Dienst.


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