Die Titelseite der Frankfurter Neue Presse vom 25.05.2012 als PDF zum Downloaden.
Devisen: Euro tritt auf der Stelle - Warten auf Athen
FRANKFURT. Die Hängepartie um weitere Hilfen für Griechenland hat
den Euro <EURUS.FX1> am Mittwoch auf der Stelle treten lassen. Meldungen über
Fortschritte und erneute Verzögerungen bei den Gesprächen in Athen wechselten
sich ab. Die europäische Gemeinschaftswährung schwankte je nach Nachrichtenlage
um die Marke von 1,3260 US-Dollar. Zuletzt wurde der Euro bei 1,3280 Dollar
gehandelt, sein Tagestief hatte er am Morgen bei 1,3242 Dollar erreicht. Die
Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,3274
(Dienstag: 1,3113) Dollar fest.
"Nach wie vor sind alle Augen am Devisenmarkt auf Griechenland gerichtet",
sagte Ulrich Wortberg, Währungsexperte der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba).
Der griechische Ministerpräsident Lucas Papademos verhandelt mit den Chefs der
drei Regierungsparteien, um sich über die harten Auflagen zu einigen, die die
internationalen Geldgeber im Gegenzug für die neuen Rettungsmaßnahmen verlangen.
"Investoren warten in Lauerstellung auf neue Signale aus Athen", so Wortberg.
Zumindest beim Schuldenschnitt scheint das hochverschuldete Euroland
voranzukommen: Griechische Medien berichteten am Mittag, die Einigung mit den
privaten Gläubigern sei endlich erzielt worden. Auch mit den öffentlichen
Parteien zeichnet sich eine Lösung ab: Laut EFSF-Vizechef Christophe Frankel
wird der Krisenfonds dabei wahrscheinlich eine "signifikante Rolle" spielen.
Damit mehren sich die Anzeichen dafür, dass der EFSF die griechischen Anleihen
der Europäischen Zentralbank übernehmen könnte. Die Notenbank ist als größter
Einzelgläubiger ein entscheidender Akteur beim Schuldenschnitt.
Der Druck auf Athen ist immens: Bis zum 20. März muss Griechenland mehr als
14 Milliarden Euro auftreiben, um fällige Schulden begleichen zu können.
Andernfalls droht dem Land die Pleite. Vor diesem Hintergrund sieht
Helaba-Experte Wortberg für den Euro im Fall einer raschen Einigung über weitere
Hilfen und Schuldenschnitt Aufwärtspotenzial. Allerdings sei die Situation in
Griechenland derzeit kaum zu überblicken.
Zu anderen wichtigen Währungen hatte die EZB die Referenzkurse für einen
Euro auf 0,83495 (0,83020) britische Pfund <GBPVS.FX1>, 102,11 (100,67)
japanische Yen <JPYVS.FX1> und 1,2114 (1,2087) Schweizer Franken <CHFVS.FX1>
festgelegt. In London wurde der Preis für die Feinunze Gold am Nachmittag mit
1.746,00 (1.724,00) Dollar fixiert. Ein Kilogramm Gold kostete 41.580,00
(41.370,00) Euro.


Deutsche Bank / Realtime Indikation


Folge uns unter