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Der Gegner: Kommt Chelsea mit fast allen Stars?
Nationalspieler-Parade des FC Chelsea ist am Sonntag zu Gast in Frankfurt
Einer der wenigen Chelsea-Stars ohne WM-Malus: Mittelfeld-Star Michael Essien. Foto: Imago
Von Rainer Jourdan
Der englische Meister und Pokalsieger präsentiert sich zwei Wochen vor Beginn der Premier-League-Saison.
Frankfurt. Es kommt immer auf den Blickwinkel an. Gewiss, einen viel prominenteren Testspiel-Gegner als den englischen Meister und Pokalsieger FC Chelsea hätten sich die Eintracht und ihre Fans für diesen Sonntag kaum wünschen können, auch wenn Michael Ballack seine Insel-Zelte nach vier Jahren abbrechen musste. Schließlich zählen die Londoner «Blues» von der Stamford Bridge seit Jahren zu den Top-Adressen in Europas Fußball.
Der katapultartige Sprung zum Geld- und Ruhm-Adel des Kontinents war geebnet, als sich Roman Abramowitsch im April 2003 das Champions-League-Spiel Manchester United – Real Madrid (4:3) angeschaut hatte. Der fußballbegeisterte Gouverneur aus Sibirien, der schon damals zu den Superreichen der russischen Elite zählte, war so fasziniert, dass er beschloss, in der prosperierenden Premier League Fuß zu fassen. Wochen später hatte er sich den FC Chelsea «ausgeguckt» und steckte fortan Hunderte von Millionen Pfund in sein neues Spielzeug. Ob es bis heute 600, 700 oder 800 (inklusive aller Transfer-Summen) Millionen sind – wer weiß das schon so genau?
2005, 2006 (jeweils mit Jose Mourinho) und nun mit dem Italiener Carlo Ancelotti in dessen englischer Premieren-Saison gelang die Meisterschaft, von dem Triumph in der Champions League träumt Abramowitsch weiterhin. Ganz schmerzhaft war’s 2008, als im Finale von Moskau John Terry und Nicolas Anelka die tragischen Figuren im Elfmeterschießen gegen Manchester United waren.
Beide werden auch am Sonntag in Frankfurt dabei sein. Womit wir auf den eingangs erwähnten Blickwinkel zurückkommen. Denn zynisch formuliert ist mit Chelsea eine aktuell höchst namhafte Versager-Truppe zu Gast. Neben Kapitän Terry zählten Frank Lampard und Ashley Cole zu jenen Engländern, die sich vor einem Monat von Löws Jungs entzaubern und überrollen ließen. «Bad boy» Anelka zündete mit seiner Verbal-Attacke gegen Trainer Domenech die Lunte im französischen Skandal-Theater, zu dem auch Chelsea-Linksaußen Malouda zählte. Deco enttäuschte mit Portugal ebenso wie (mit Abstrichen) Salomon Kalou und der allerdings nicht fitte Didier Drogba mit der Elfenbeinküste.
Letzterer wird aber gegen die Eintracht verletzt fehlen, wie auch Torhüter Petr Cech, der brasilianische Abwehrspieler Alex und wahrscheinlich der israelische Neuzugang vom FC Liverpool, Jossi Benayoun. Dagegen sind die afrikanischen Mittelfeld-Stars Michael Essien (mit seinem Motor wäre Ghana eventuell ins WM-Halbfinale vorgedrungen) und John Obi Mikel (Nigeria) nach langwierigen Verletzungen wieder gesund und spielbereit. Bei der 1:3-Niederlage bei Ajax Amsterdam vor einer Woche fehlten Chelsea noch alle WM-Fahrer. Das Eintracht-Publikum wird dagegen wohl mehr als eine verstärkte Chelsea-Jugend sehen.


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