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Etwa 2800 eingetragene Partnerschaften in Hessen
Die sogenannte Homo-Ehe wird zehn Jahre alt. Geschätzte 2800 gleichgeschlechtliche Paare sagten seitdem in Hessen «Ja» zueinander. Brachte das auch mehr Toleranz für Schwule und Lesben?
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Am 01. August 2001 ist die «Homo Ehe» per Gesetz in Kraft getreten. (Archiv) Frankfurt. Bald feiern ein Stadtplaner aus Kassel und sein Mann zehnten Hochzeitstag. Die beiden gehören zu den ersten homosexuellen Paaren in Hessen, die sich hochoffiziell das Jawort gaben.
Die eingetragene Lebenspartnerschaft - umgangssprachlich «Homo-Ehe» genannt - ist seit dem 1. August 2001 in Deutschland möglich. Die Öffnung der im Grundgesetz besonders geschützten Ehe für Lesben und Schwule ist aber nicht in Sicht.
Nach einer Schätzung des Innenministeriums in Wiesbaden sind bis Ende vergangenen Jahres in Hessen etwa 2800 gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften eingetragen worden. Das Ministerium geht davon aus, dass sich pro Jahr 250 bis 270 homosexuelle Paare das Jawort gegeben haben. Zum Vergleich: Rund 27.000 Ehen werden jährlich in Hessen geschlossen.
Genaue Zahlen zu den eingetragenen Lebenspartnerschaften gibt es nach Angaben des Innenministeriums und des Statistischen Landesamts nicht, weil das Bundesstatistikgesetz bislang nicht vorsieht, Daten über diese Form des Zusammenlebens zu erheben. Die Schätzungen beruhen laut Ministerium auf Zahlen, die 2005 bei den Standesämtern erhoben wurden, als die Verlängerung des Gesetzes über eingetragene gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften anstand. Zahlen über Trennungen gibt es nicht, diese liegen nur bei den einzelnen Amtsgerichten vor.
Der Kasseler Stadtplaner (60) und sein 52 Jahre alter Partner, ein Friseurmeister, gaben sich am 20. September 2001 im Beisein des Bürgermeisters das Jawort - als erstes homosexuelles Paar in der nordhessischen Stadt. Lange hatten die beiden Männer nach Angaben des 60-Jährigen auf den Moment gewartet - 20 Jahre waren sie damals schon zusammen, hatten bereits ein Haus gekauft.
«Wir hatten schon immer heiraten wollen, wenn es möglich gewesen wäre», sagt der Stadtplaner, der namentlich nicht genannt werden will. Als es dann möglich war, «haben wir gesagt, wir wollen dann auch die ersten sein».
Sie seien im Urlaub gewesen, als der Gesetzgeber grünes Licht dafür gegeben habe. Nach der Rückkehr hätten sie dann innerhalb von 14 Tagen ihre Hochzeitsfeier geplant. Nach Worten des Stadtplaners hat sich danach nicht viel geändert, außer eben dem Gefühl, verheiratet zu sein.
Veränderungen kamen nach und nach: Das Erbschaftsrecht wurde angepasst, auch Regelungen zum Versorgungsausgleich, wie der 60-Jährige erzählt. Mittlerweile sind der Stadtplaner - er hat einen Sohn mit in die Beziehung gebracht - und sein Partner Großväter. «Eine ganz normale Familie eben», sagt er.
Mit ihrer Verpartnerung wollten die beiden auch ein Zeichen setzen. «Wir wollten anderen homosexuellen Paaren Mut machen. Wir wollten zeigen: Man kann auch ganz normal leben, man muss sich nicht verstecken. Wir leben, arbeiten, verdienen Geld, haben Familie wie andere auch.»
Aber Wünsche sind natürlich da: Es wäre schön, wenn auch beim Steuerrecht eingetragene Lebenspartnerschaften Eheleuten gleichgestellt würden, meint der 60-Jährige. Zwar sei der 1. August 2001 «ein Meilenstein hin zu mehr Toleranz und Anerkennung von Homosexualität in der Gesellschaft» gewesen. Doch werde er von manchen noch immer angefeindet. «Wir gehen immer noch nicht Hand in Hand, Arm in Arm durch die Stadt.»
Die Partnerschaften sind Ehen von heterosexuellen Paaren rechtlich nicht völlig gleichgestellt. Schwule und Lesben, die sich verpartnert haben, können zum Beispiel gemeinsam keine Kinder adoptieren - auch das Einkommenssteuerrecht macht Unterschiede.



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