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Hambüchen holt Champions Trophy in Turn-Hauptstadt
Fabian Hambüchen in voller Aktion bei der Champions Trophy. Foto: Martin Winter
Frankfurt. Er schrie alle Anspannung aus sich heraus und feuerte immer wieder mit erhobener Faust das Publikum an: Fabian Hambüchen hat dem Internationalen Deutschen Turnfest am Montag mit seinem Sieg in der Champions Trophy ein Highlight beschert. Mit einer grandiosen Aufholjagd riss der Turnfest-Botschafter die 4000 Zuschauer in der überraschend nicht ausverkauften Ballsporthalle von Frankfurt/Main von den Sitzen. Nach zwei Geräten aussichtslos auf Rang sieben liegend, steigerte sich der Publikumsliebling und sicherte sich nach spannender Dramaturgie mit 89,30 Punkten noch das Siegerpreisgeld von 15 000 Euro.
Wie in Frankfurt werden auch bei den Stationen in Berlin, Hannover und Stuttgart je 53 000 Euro an die Mehrkämpfer ausgeschüttet, der Gesamtsieger wird zudem mit einem Auto belohnt. «Ersatzmann» Marcel Nguyen (88,475), der erst für den verletzten Vizeeuropameister Daniel Keatings (Großbritannien) eingesprungen war und sich vom ersten Gerät an immer unter den Top zwei hielt, sicherte sensationell den deutschen Doppelerfolg. Der EM-Vierte Philipp Boy (Cottbus) kam auf Rang sieben.
Die ersten beiden Geräte endeten für Hambüchen mit einer Ernüchterung. Am Boden, wo er im April in Mailand den EM-Titel erkämpft hatte, trat er gleich zweimal mit beiden Beinen aus der Matte. 0,9 Punkte Abzug waren die bittere Folge. Am Seitpferd musste er gar absteigen, so dass ihn nach zwei Geräten schon drei Punkte vom Führenden trennten. An den Ringen setzte der Wetzlarer dann als Bester des Achterfeldes (15,15) das Signal zur Aufholjagd, war auch die Nummer 1 am Sprung (15,95) und am Barren (15,475) und hatte plötzlich vor dem Reck nur noch den überraschend stark auftrumpfenden Nguyen vor sich. Am Königsgerät setzte der Favorit dann den königlichen Schlusspunkt mit Top-Wertung 15,80.
Der diese Woche in Frankfurt omnipräsente Hambüchen ist ohnehin ein Glücksfall für das Turnfest, das schon an den ersten drei Tagen Hunderttausende Frankfurter und ihre Gäste in seinen Bann zog. Zuschauergedränge bei der Eröffnung, überfüllte Konzertbühnen am Main-Ufer und ausverkaufte Gala-Veranstaltungen prägten das Pfingstfest, das fest in der Hand der Turner war. Rund zwei Millionen Besucher und Teilnehmer wurden bei den hunderten Veranstaltungen gezählt, wobei sich vor allem die FlussFest-Meile als Magnet erwies.
Bis zum 5. Juni messen beim größten Breiten- und Wettkampfsport- Spektakel der Welt 65 000 Teilnehmer in 2000 Wettkämpfen ihre Kräfte und finden Entspannung bei fast 10 000 Veranstaltungen. Schon die Multimedia-Show zur Eröffnung und der bunte Festzug hatten fast eine halbe Million Frankfurter und Gäste mobilisiert. Bei der großartigen Gala wurden auf eine 200 Meter lange und fast 40 Meter hohe Wasserwand dreidimensionale Laserbilder projiziert. 200 Techniker sorgten für das Gelingen der 1,1 Millionen Euro teuren Show. «Diese Eröffnung war die beste und spektakulärste, die ein Deutsches Turnfest je erlebte», sagte DTB-Präsident Rainer Brechtken.


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