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Hintergrund: Was ist "Urban Gardening"?
Ob Gemüsebeete im Hinterhof, Tierhaltung zwischen den Häusern oder neue Gartenparadiese - immer mehr Städter entdecken die Natur für sich. Der Trend heißt "Urban Gardening" (urbanes Gärtnern). Dahinter verbergen sich viele Projekte.
Berlin. Ob Gemüsebeete im Hinterhof, Tierhaltung zwischen den Häusern oder neue Gartenparadiese - immer mehr Städter entdecken die Natur für sich. Der Trend heißt "Urban Gardening" (urbanes Gärtnern). Dahinter verbergen sich viele Projekte. Ein Überblick:
GUERILLA GARDENING: Guerilla-Gärtner bepflanzen heimlich den öffentlichen Raum - insbesondere in Großstädten. Die Bewegung kommt aus New York und London, in Deutschland fand sie Mitte der 90er Jahre Nachahmer, vor allem in Berlin. Die Aktivisten wollen städtische Brachflächen mit Pflanzen verschönern. Guerilla Gardening gilt vielen als politischer Protest: Auf Verkehrsinseln oder Straßenränder wurden "Samenbomben" geworfen und so symbolisch die Rückeroberung des öffentlichen Raumes durch die Bürger reklamiert.
KIEZ- ODER GEMEINSCHAFTSGÄRTEN: Diese Gärten werden von Anwohnern, Schulen oder auch Kirchen mitten betrieben. Hier werden Obst, Gemüse, Kräuter und Blumen angebaut. Manchmal handelt es sich dabei auch um besetzte Grundstücke. Ziel ist es etwa, Natur für Kinder erfahrbar zu machen. Viele wollen zudem Lebensmittel jenseits der industriellen Produktion anbauen (siehe Urban Farming). Mittlerweile gibt es solche Anlagen in vielen Ländern, manche werden öffentlich gefördert. Schrumpfende Städte weisen etwa Brachflächen zur freien Nutzung aus.
INTERKULTURELLE GÄRTEN: Egal woher man kommt, egal welcher Religion man angehört - in den bundesweit rund 120 interkulturellen Gärten kommen Bürger mit ganz unterschiedlichem Kulturhintergrund zusammen. Bei den Initiativen geht es um ein besseres Miteinander und um Wissensvermittlung.
URBAN FARMING: Landwirtschaft mitten in der City ist für manchen Metropoliten nicht nur ein Traum. Menschen bauen auf den Stadt-Farmen Obst und Gemüse an, auch Tiere gibt es dort oft. Die Idee kommt aus Kuba, wo Städter aus Lebensmittelmangel Brachflächen bewirtschaften. In den 80er Jahren kam der Trend in den USA auf. Heute steckt dahinter oft die Idee, durch lokale Lebensmittelproduktion umweltfreundlicher zu leben.
MOBILE GÄRTEN: Hier werden städtische Brachflächen vorübergehend zu einer Art Pflanzen-Stellplatz. Dann "parken" Bürger bepflanzte Kästen, Badewannen oder Paletten auf ungenutzten Grundstücken, bis diese wieder bebaut werden - dann muss ein neuer Stellplatz her.
SCHREBERGÄRTEN: Sie sind die Ur-Form des "Urban Gardenings". Seit Jahren zieht es auch Jüngere in die Kolonien - vor allem Familien. Viele nehmen lange Wartefristen in Kauf. Manche stören sich am strikten Regelwerk: Anbau und Pflege sind klar vorgegeben. Durch die Mitgliederverjüngung lockern sich vielerorts die Vorschriften. Die Idee geht auf den Arzt Moritz Schreber (1808-1861) zurück, der Anfang des 19. Jahrhunderts die Gesundheit der Kinder verbessern wollte.



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