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Im Wald herrscht Faustrecht
Immer mehr Mountainbiker im Taunus – Illegale Wege im Gehölz – Runder Tisch gefordert
Von Anke Hillebrecht
Von Anke Hillebrecht
Auf den Waldwegen im Taunus gibt es immer wieder Zoff zwischen Fußgängern und Mountainbikern. Die Radler fühlen sich als Buhmänner. Jetzt fordern sie eigene Abfahrtsstrecken.
Hochtaunus. Auf den Waldwegen im Taunus herrscht an den Wochenenden das Gesetz der Verdrängung. Nicht nur die Motorradfahrer stehen derzeit in der Kritik, weil einige von ihnen die Straßen rund um den Feldberg zur Rennstrecke erklären – so mancher Wanderer fühlt sich durch die Mountainbiker gefährdet, wenn sie rasant «downhill» fahren.
Doch die Cross-Radfahrer wollen nicht länger die Buhmänner sein. In einem offiziellen Brief an Landrat Ulrich Krebs (CDU) fordert die «Deutsche Initiative Mountain Bike» (DIMB) jetzt «zeitnah Lösungen, die das Konfliktpotenzial zwischen den Nutzergruppen reduzieren» sollen. Dabei denkt die deutsche Interessenvertretung der Radfahrer an eigene Abfahrtsstrecken.
Schilder appellieren an die Vernunft
Damit, so argumentiert der Verein, wäre das Problem des «nicht genehmigten Wegebaus mit Rampen und Schanzen kanalisierbar» – so würde auch die Umwelt entlastet. Hintergrund ist, dass das Forstamt Königstein, das für den Wald im gesamten südlichen Hochtaunuskreis zuständig ist, bereits Schilder aufgehängt hat, die an die Vernunft der Radfahrer appellieren und sie darauf hinweisen, dass sie laut Forstgesetz nur auf befestigten Wegen fahren dürfen.Seit einiger Zeit suchen sich die Radfahrer illegale Wege quer durchs Gehölz, die sie – des Spaßes wegen – zuweilen mit eigenen «Herausforderungen» – Sprungschanzen und Ähnlichem – bestücken. «Da fährt einer und noch einer – und plötzlich hat man da einen Trail», erklärt der Leiter des Königsteiner Forstamts, Ralf Heitmann, fachmännisch.
Grundsätzlich habe man nichts gegen Radfahren im Wald, begrüße es sogar, stellt Heitmann klar, der sich übrigens selbst gern aufs Mountainbike setzt. Aber Trails sind nun mal verboten, und man müsse die Interessen aller berücksichtigen. Vor allem im vergangenen Jahr hat sich der Forstdirektor viel mit dem Thema befassen müssen, da sich die Beschwerden von beiden Seiten häuften. Im Internet füllen sich ganze Chat-Foren mit dem Thema, und viele Schreiber machen keinen Hehl daraus, dass sie lieber durchs Gehölz rasen. Mittlerweile sei das Ganze «nicht mehr tragbar», zumal die Mountainbiker auch mehr – und frecher – geworden seien. Im Großraum Feldberg sei eine «Mountainbike-Problematik nicht mehr zu leugnen». Mittlerweile herrsche in den Taunuswäldern das «Faustrecht», weiß Heitmann.
Umso wichtiger findet er es, tatsächlich einen «Runden Tisch» zu gründen, wie es schon von der DIMB gefordert wird. Bestünde dieser einmal, wäre auch die Kreisverwaltung, zu der auch die Untere Naturschutzbehörde gehört, nicht abgeneigt, dazuzukommen, erklärt Kreissprecherin Pamela Ruppert.
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