Lufthansa zieht Nachtflüge aus Köln ab

Die Lufthansa zieht ihre nächtlichen Frachtflüge vom Flughafen Köln-Bonn wieder ab. Mit dem Sommerflugplan ab dem 25. März starten die Maschinen tagsüber aus Frankfurt. Sobald möglich sollen die Flieger jedoch auch nachts starten.

Nicht nur Anwohner aus Frankfurt sondern auch aus Köln störten sich an den Nachtflügen. Symbolfoto: dpa Frankfurt/Köln. Ein Sprecher der Lufthansa Cargo bestätigte am Mittwoch in Frankfurt einen Bericht des Kölner Stadtanzeigers und somit den Abzug der Frachtflüge.

Betroffen sind elf Nachtflüge in der Woche nach China und Nordamerika, die wegen des vorläufigen Frankfurter Nachtflugverbots im Herbst nach Köln verlagert worden waren und dort Anwohnerproteste auslösten. Auch in Frankfurt gibt es eine heftige Diskussion um Fluglärm und die Notwendigkeit von Nachtflügen.

Die Verbindungen würden künftig am Tag aus Frankfurt geflogen, sagte der Cargo-Sprecher. Damit sei aber keinesfalls belegt, dass das Unternehmen die gerichtlich untersagten Nachtflüge nicht benötige. "Das Angebot an unsere Kunden wird schlechter. Sie weichen auf andere Verbindungen mit der Konkurrenz aus."

Verluste durch Nachtflugverbot

Am deutlichsten sei das bei den Buchungen für den Frachter nach Chicago nachweisbar, der wegen der ungünstigeren Verbindung massiv Geschäft verloren habe. Insgesamt beziffert die Lufthansa den Verlust durch das Nachtflugverbot auf rund 40 Millionen Euro.

Für den Sommerflugplan sei es gelungen, für die fünf bislang aus Köln gestarteten China-Flieger neue Überflugs- und Landezeiten von den Behörden in Russland und China zu erhalten, sagte der Cargo-Sprecher.

Die sechs Frachtflüge in der Woche nach New York könnten im Sommerflugplan so gestaltet werden, dass der Jet sehr früh am Morgen nach Nordamerika starte und noch vor 23 Uhr wieder in Frankfurt landen könne. Dieser Umlauf sei im Winter nicht möglich.

Rückverlagerung ermöglicht Nachtflug

Das Angebot aus Köln hat sich aus Sicht der Lufthansa nicht bewährt. Die Jets waren in Frankfurt beladen und dann in einem Hüpfer nach Köln geflogen worden, wo sie dann nachts starten durften. Dazu waren zusätzliche Crews und administrativer Aufwand notwendig.

Mit der Rückverlagerung nach Frankfurt habe man zudem die Möglichkeit, die Flüge wieder in die Nacht zu verlegen, sobald das Bundesverwaltungsgericht dies zulasse, sagte der Sprecher. Das Leipziger Gericht will am 13. März über das Frankfurter Nachtflugverbot beraten. Derzeit ist Deutschlands größter Flughafen zwischen 23 und 5 Uhr geschlossen.

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