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Besuch aus dem Fernen Osten
Chinesen informierten sich bei der Lebenshilfe vor allem über Frühförderung
Gute Arbeit leistet die Lebenshilfe – davon überzeugten sich jetzt sechs Experten aus China. Es ging dabei vor allem um die Förderung von geistig behinderten Kindern.
Sachsenhausen. Aus Guangzhou kamen die sechs Pädagogen mit einer Übersetzerin an den Main und besuchten sechs Wochen lang Institutionen des Vereins mit seinem Sitz in Sachsenhausen. Wobei ein Schwerpunkt auf die Angebote für geistig behinderte Mädchen und Jungen gelegt wurde. Auf dem Programm standen Kindergärten, Krabbelstuben und die Interdisziplinäre Frühförder- und Beratungsstelle in Offenbach. Auch sechs Schulen sahen sich die Gäste an.
Die Partnerschaft zwischen Frankfurt und der chinesischen Stadt gibt es bereits seit 22 Jahren. Beim Jubiläum vor zwei Jahren gab es erstmals einen Austausch der Einrichtungen für Menschen mit geistiger Behinderung, indem in beiden Städten Workshops von Künstlern mit geistiger Behinderung besucht wurden.
Im vergangenen Jahr reiste die Lebenshilfe nach Guangzhou. Seit 25 Jahren befasst sie sich mit der «frühen Hilfe», in der es um die Betreuung von Kindern bis sechs Jahren geht. «Wir haben uns diesbezüglich die Situation in Guangzhou angesehen», sagt Frank Mußmann, Vorstandsvorsitzender der Lebenshilfe. «Die Betreuung erfolgt nicht flächendeckend, doch was wir gesehen haben, war auf hohem menschlichen Niveau.»
Für ihre Gäste hatte die Lebenshilfe zwei möblierte Wohnungen angemietet, Monatskarten besorgt und Versicherungen abgeschlossen. «Die direkten Kosten beliefen sich auf rund 6000 bis 7000 Euro.» Die Chinesen bekamen das Geld für die Reise und das Essen von ihrer Regierung. Jeweils drei Wochen begleiteten die chinesischen Gäste die Arbeit der Lebenshilfe.
Mit dabei war Kaiming Chen, die Direktorin einer Förderschule ist. «Ich fand die Alte Mühle in Enkheim beeindruckend», sagt sie. «Wir haben dort zwei Männer besucht, die dort unabhängig, frei und glücklich leben.» Auch wie die Erzieherinnen im integrativen Kindergarten mit den Kindern umgingen, imponierte ihr. «Sie haben die Kleinen professionell beruhigt, wenn sie aufgeregt herumgesprungen sind.» Yun Guan ist stellvertretende Schulleiterin einer Einrichtung, in der geistig und körperlich behinderte Kinder betreut werden. «Ich fand es allgemein sehr beeindruckend, dass die Deutschen, die wir trafen, alle sehr gerne und immer geholfen haben.»
Jinghui Chen ist ebenfalls mit in Frankfurt gewesen. Der stellvertretende Leiter eines Waisenhauses für behinderte Kinder war von den Einrichtungen der Lebenshilfe angetan. «Alle Arbeiter sind bestens ausgebildet und lieben ihren Job», sagt er. «Darüber hinaus ist ihr Konzept sehr fortgeschritten.» Denn bei der Betreuung spiele auch die Persönlichkeit der Menschen eine Rolle, nicht nur die Rehabilitation. Ein großes Problem seiner Stadt sei, dass es trotz großer Universität keine Möglichkeit gebe, Sonderpädagogik zu studieren. «Doch unsere Situation bessert sich Schritt für Schritt», sagt Chen. Er und seine Kollegen seien bereits dabei, einen Brief an die Regierung zu verfassen.
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