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Diese Baustelle nervt manchen Bremthaler
Da das ASV die Straßendecke der B 455 erneuert, fließt mehr Verkehr durch den Ortskern – darunter einige Laster
Das Amt für Straßen- und Verkehrswesen Frankfurt lässt die Asphaltdecke der B 455 bei Bremthal ausbessern. Grund für die Arbeiten ist vor allem der harte Winter. Foto: Nietner
Die Stadt kontrolliert die Situation täglich, bis die Arbeiten am 5. August abgeschlossen sein sollen. An Tempo 30 in der Durchfahrt halten sich längst nicht alle Fahrer.
Bremthal. Nur rund zehn Minuten dauert das Gespräch mit Anwohner Günter Fischer, den ich zufällig auf der Straße getroffen habe und den ich zur halbseitigen Sperrung der Ortsumgehung befragen möchte. Doch allein in dieser kurzen Zeit brausen fünf Lastwagen an uns vorbei. «Vielleicht liefert der eine oder andere ja tatsächlich etwas hier auf der Wiesbadener Straße an», sagt Fischer, fest entschlossen, an das Beste im Menschen zu glauben. Der zweite Teil des Satzes geht jedoch im Lärm unter – schon wieder rumpelt ein Brummi, hoch mit Baumstämmen beladen, knapp am Bürgersteig vorbei.
Verbote missachtet
Seit Montag ist die Ortsumgehung Eppstein-Bremthal (B 455) halbseitig gesperrt. Während die Autos und Lastwagen nach wie vor in Richtung Wiesbaden fahren können, wird der entgegenkommende Verkehr durch Bremthal umgeleitet. Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen dürfen die Wiesbadener Straße allerdings eigentlich nicht befahren und sollen stattdessen die A 66 und die A 3 nutzen, so die Empfehlung des Amts für Straßen- und Verkehrswesen Frankfurt (ASV). Dass sich daran jedoch fast kein Lkw-Fahrer hält, weiß in Bremthal mittlerweile jeder. «Viele missachten das Verbot einfach», hat auch Günter Fischer beobachtet.
Sein Schreinereibetrieb liegt direkt an der Wiesbadener Straße, den ganzen Tag über hat er deshalb freie Sicht auf die Fahrbahn. Zum Teil ist er auch froh, dass die Polizei «großzügig» mit den Verkehrssündern umgehe. «Wir bekommen ja auch regelmäßig Lieferungen», so der Schreiner. Er ärgert sich darüber, dass die Anwohner erst eineinhalb Wochen vor Beginn der Baustelle informiert worden seien. «Wenn wir das früher gewusst hätten, hätten wir unsere eigenen Lieferungen besser planen können», kritisiert Fischer.
Doch die durchfahrenden Laster sind nicht das einzige Problem. Ein weiterer Knackpunkt: die Geschwindigkeit der umgeleiteten Autos. Erlaubt sind 30 Stundenkilometer, gefahren werden in der Realität jedoch meist 50 oder sogar mehr. «Die brettern hier runter und halten sich nicht an die Begrenzungen», klagt eine Mitarbeiterin des «Nah und gut»-Ladens. Auch Geschäftsführerin Ute Schulschenk hat beobachtet, dass die Autos deutlich schneller als erlaubt sind. Dass für die Dauer der Baustelle die Parkplätze entlang der Wiesbadener Straße und somit auch vor ihrem Laden aufgehoben wurden, findet sie unglücklich. «Die parkenden Autos würden die Raser vielleicht bremsen, stattdessen haben sie ja jetzt freie Bahn.» Dass Kunden aktuell nicht mehr direkt vor dem Geschäft parken können, kostet sie außerdem einen Teil ihrer Umsätze. Zwar habe man bereits den Hof geöffnet, doch auch hier könnten nur zwei Autos parken, die sich dann auch noch gegenseitig behinderten. Positiv bewertet sie die Flexibilität der Polizei. «Wenn die Beamten hier kontrollieren, kommen sie zuerst rein und bitten die Leute, wegzufahren, bevor sie Strafzettel verteilen», berichtet Ute Schulschenk. Kundin Ingrid Bach wagt es deshalb, trotz Halteverbot noch immer direkt vor dem Laden zu parken. «Wenn ich Getränke kaufe, kann ich die Kästen doch nicht den ganzen Berg hinauf schleppen», sagt sie.
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