30.07.2010 Lokales Oberrad

FNP vernichtet Unkraut 6 Kommentare

Denkmal für die Grüne Soße ist zugewachsen

Oberrad. Keine freie Sicht gibt es auf das Denkmal für die Grüne Soße, hohe Gräser verdecken es zusehends. Das Unkraut muss weg, fordern die Oberräder. Horst Nopens, Vorsitzender des Bürgervereins, und Redakteur Andreas Flender nehmen schon mal die Gartenschere in die Hand und zeigen, wie‘s geht.

Horst Nopens lebt gerne in Oberrad, liebt Grüne Soße und ist stolz auf das Denkmal, das dem Frankfurter Nationalgericht im Mai 2007 am Ortsrand gesetzt wurde. Doch im Moment schämt sich der Vorsitzende des Bürgervereins, wenn er an den sieben verglasten Gartenhäuschen vorbeikommt, die für die sieben Kräuter stehen, aus denen die Grüne Soße zubereitet wird. «Das ist alles zugewachsen, die Schriftzüge am Boden der Häuser sind kaum zu sehen», kritisiert Horst Nopens und rückt mit Redakteur Andreas Flender einigen besonders hohen Gräsern mit der Gartenschere zu Leibe. «Die Stadt muss dringend etwas tun, denn das Denkmal ist schließlich ein Aushängeschild für Oberrad.»

Gefahr von Vandalismus

Der Meinung ist auch Norbert Scherlitz, Sprecher der Interessengemeinschaft Neue Wasserhofstraße. «Vor allem besteht die große Gefahr, dass sich dort Vandalismus breit macht, wenn die Leute sehen, dass das Denkmal nicht richtig gepflegt wird», ist er überzeugt. «Viele meinen dann nämlich, dass das Ganze ohnehin abgeschrieben ist und sich keiner mehr darum kümmert.» Zudem hat er den Eindruck, dass die Stadt immer seltener anrückt, um die Wiese zu mähen und zu pflegen. «Am Anfang wurde da viel mehr gemacht.»

Doch dem ist nicht so, wie Wendelin Friedel, Referent von Umweltdezernentin Manuela Rottmann, erklärt. «Die Fläche, auf der das Denkmal steht, war von Anfang an als Wildwiese eingestuft, die nur ein- bis zweimal im Jahr gemäht wird.» Das sei in Abstimmung mit der Künstlerin Olga Schulz erfolgt, die das Denkmal geschaffen hat. «Allerdings ist es in dem Jahr etwas später mit dem Mähen geworden.» So könnten die Gräser tatsächlich ein bisschen höher gewachsen sein.

Wendelin Friedel verspricht aber, dass in den nächsten zwei Wochen Gärtner anrückten, um das Grün zu schneiden. «Allerdings nicht wie einen Rasen, denn wir wollen den Wildwiesen-Eindruck gerne erhalten.» In Zukunft möchte die Stadt aber verstärkt darauf achten, dass die Gräser nicht zu hoch wachsen.

Horst Nopens hält derweil nichts von der Idee, die Wiese nur ein- bis zweimal im Jahr zu mähen. «Das ist einfach zu wenig. Ich bin auch ein Naturliebhaber, aber die Parzelle, auf der sich das Denkmal befindet, ist zu klein und ungeeignet für eine Wildwiese.» Auch Norbert Scherlitz erinnert daran, dass es dort um das Denkmal und nicht um die Wiese gehe. «Deshalb muss es auch uneingeschränkt zu sehen sein.»

150 000 Euro gekostet

Immerhin haben die sieben Gartenhäuser aus Polycarbonat 150 000 Euro gekostet. Sie sind in verschiedenen Grüntönen gehalten, je nach dem, welchem Kraut das Haus gewidmet ist. Der entsprechende Schriftzug befindet sich jeweils am Boden: Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer, Schnittlauch, Gartenkresse, Kerbel und Borretsch. In einem Info-Kasten befinden sich Broschüren, die über die Grüne Soße aufklären: Von der Geschichte über die Kräuter bis zur typischen Frankfurter Zubereitung ist dort alles zu lesen. Informationen, die für Horst Nopens überflüssig sind: Er hat ein Buch über die Grüne Soße geschrieben. af af

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Kommentare

Gast Gast schrieb am 30.07.2010 11:17 Uhr

Anmerkung:

Wenn man den letzten Satz dieses Berichtes liest, könnte man den Eindruck gewinnen, der 1. Vorsitzende des Bürgervereins nutzt das als Plattform für die Eigenwerbung seines Buches. Das wäre kein guter Stil. Denn die Broschüren, die man in dem kleinen Info-Kasten vorfindet, sind sehr wohl informativ und aufschlussreich. Und vor allem kostenlos!

Willy Pertek schrieb am 30.07.2010 15:17 Uhr

Grüne Soße und Wildwiese

Sicher ist das eindeutig Werbung in eigener Sache. Aber ich bin der Meinung, dass die INFO-Broschüren nicht überflüssig sind, wie Herr Nopens meint. Für die Besucher des Denkmals reicht diese Information vollkommen. Darüber hinaus können Wildwiesen auch alle zwei Monate gemäht werden, ohne den Wild-Wiesen-Anblick zu verändern. Alo öfters aber nicht zu kurz mähen.

Gast Gast schrieb am 31.07.2010 12:12 Uhr

Wildwiese??!!

Für wie bescheuert wird der gemeine Bürger eigentlich gehalten, um die Unfähigkeit der Stadt zu kaschieren, ein Stück Grünfläche regelmäßig so herzurichten, dass man es auch noch als solchen erkennen kann. Aber es ist leider nur bezeichnend, dass die öffentliche Hand wieder einmal den Kopf einzieht, wenn es um Oberrad geht. Das ist das "schwere Los" wenn man das Tor nach Offenbach ist!!

Gast Gast schrieb am 01.08.2010 13:57 Uhr

Armes Oberrad!

Wie sagte letztens ein guter Freund aus Bornheim zu mir: Oberrad liegt eigentlich schön, ist aber irgendwie schmuddelig. Mehr unfreiwillig!

Gast Gast schrieb am 02.08.2010 15:12 Uhr

Grüne-Soße-Denkmal

Tatsächlich geht es doch hier um etwas
Einmaliges in Oberrad. Die Wiese - ob
"wild" oder "natürlich"- ist regelmäßig zu mähen. Gibt es im RÖMER
keine richtigen Gärtner ?

Gast

Gast Gast schrieb am 04.08.2010 10:12 Uhr

FNP-Redakteur Andreas Fischer und das Wildkraut

Bisher hatte ich immer geglaubt, die FNP vernichtet nur mit den Wörtern,die
öffentlich anklagen oder berichten. Es
ist tatsächlich neu ,zu erfahren ,dass
ein FNP-Redakteur praktisch veranlagt ist.

Weiter so !

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