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Die vor der Kälte nicht kneifen
Es ist saukalt, zehn Grad Minus und mehr. Doch trotz dieser Kälte müssen viele im Freien arbeiten.
Von Karlheinz G. Niess
Kreis Offenbach. ![]()
Yvonne Szymonski von der Bäckerei Fink hatte nicht mal einen Ofen zum Wärmen. Fotos: Niess Eiseskälte hält Europa fest im Griff, und viele ziehen es vor, sich in gutgeheizten Räumen aufzuhalten. Doch so manch einer muss raus, weil er so seine Brötchen verdient. Solch "coolen" Typen sind zum Beispiel auf den Wochenmärkten vertreten. Unverzagt stehen sie an ihren eisigen Ständen, um ihre Waren zu verkaufen.
Mehrere Pullis
Während jene, die über Verkaufswagen verfügen, noch zu den glücklicheren zählen, sie haben meist einen Heizlüfter laufen, gefriert das Lächeln derjenigen, die offene Stände haben, schon mal ein. So wie bei Yvonne Szymonski. Die junge Frau steht hinter einer Theke voller Brot und Backwaren. Lediglich eine seitliche Zeltplane schützt sie ein wenig vor dem kalten Wind. "Ich habe mehrere Pullis an", erzählt sie, während sie mit ihren behandschuhten Händen einer Kundin ein Brot reicht. Nach ein paar Stunden helfen auch die Pullis nicht mehr.
"Zwei kamen nicht", berichtete Wolfgang Baumann, verantwortlich für den Neu-Isenburger Wochenmarkt. Ein Obst- und ein Kartoffelhändler hatten vor der Kälte die Waffen gestreckt. Der zweite Obsthändler des Marktes hat seinen Stand mit Zeltplanen zu einem beinahe kuscheligen Verkaufsraum umgestaltet.
Piercings entfernen
Doch auch auf Baustellen und beim Straßendienst wird oftmals weitergearbeitet. "Wir ziehen uns warm an, haben heißen Tee und Kaffee in Thermoskannen dabei, und die Bewegung tut ihr übriges", erzählt ein Team, das entlang der Straße das Unterholz lichtet und schreddert.
Und dann taucht noch ein ganz besonderer Menschenschlag auf. Mehr oder weniger freiwillig wagen sie sich in die Kälte. Es sind die Hundehalter, die mit Lumpi noch einmal Gassi gehen. Während es den meisten Vierbeinern nicht allzu viel auszumachen scheint, sind ihre fröstelnden Zweibeiner eingemummelt wie bei einer Polarexpedition. "Ich brauche fast 15 Minuten, bis ich angezogen bin", erklärt Elvira Maier, die mit ihrem Labradormischling noch eine schnelle Runde dreht.
Wer allerdings glaubt, mit einem Schnäpschen der Kälte besser widerstehen zu können, irrt sich gewaltig. ![]()
Das Zelt soll die Kälte von Obst und Gemüse fernhalten.Alkohol sorgt einerseits dafür, dass die Blutgefäße sich weiten und damit die Körperwärme noch schneller verloren geht. Andererseits geht das Kältegefühl verloren. Gerade jetzt in der Fastnacht ist daher Vorsicht geboten. Es wäre nicht das erste Mal, dass jemand nach einem fröhlichen Fest erfroren ist. Auch Piercings sollten jetzt entfernt werden – wenigstens an Ohr, Nase, Lippe oder Augenbraue. Das Metall leitet die Kälte weiter, und das führt zur Erfrierungen. Hässliche, schmerz- und dauerhafte Hautveränderungen können die Folge sein.



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