112 000 für das Senckenberg Museum

Eine Nacht im Museum? Und dann noch in einem, in dem Urzeitriesen stehen? Frankfurts Prominenz gefällt so etwas

Tanz unter den Knochen von Sauriern – kann das Spaß machen? Es kann – das bewies die vierte Senckenberg-Nacht.

Frankfurt. "Faszination Tierwelt – der andere Blick" lautete das Thema. Die Frankfurter Promis aus Politik und Wirtschaft lieben das Senckenberg-Museum. Ganz rührselig werden sie, sobald sie im Dinosauriersaal stehen, zwischen den uralten Knochen: "Hier war ich schon als Kind", erzählen sie dann oft. Und ergänzen meistens, ob auf eigene Faust oder – weniger beliebt – mit der Schulklasse. Am Samstagabend waren sie freiwillig dort: Das Museum hatte zur vierten Senckenberg-Night eingeladen.

Ein Abend mit "Leckerbissen für Auge, Seele und Leib" versprachen die acht Damen vom Organisationsteam rund um Vizepräsidentin Beate Heraeus. Ziel: Lecker essen, Stimmung genießen und Gutes tun. Denn neben dem Erlös der 250 Euro teuren Eintrittskarten flossen alle Einnahmen in die Kasse der Gesellschaft, die sich vor allem der Forschung von Klimawandel und Biodiversität verschrieben hat.

Unheimliche Riesen

"Faszination Tierwelt – der andere Blick" lautete das Thema. Anders war schon mal die Beleuchtung: Die Dino- und Mammutskelette im Erdgeschoss, schon bei Tageslicht imposant, schimmerten unheimlich in Grün und Rot. Fast wartete man darauf, dass der Riesenflugsaurier in der Eingangshalle eine Runde über den Köpfen der rund 360 Gäste dreht.

Eine gute Gelegenheit, um bei ihnen nachzufragen: Was war denn ihr faszinierendstes Tiererlebnis? "Schwimmen mit Haien auf Hawaii", ist die knappe Antwort von Moderator, Schauspieler und Tierfilmmacher Hannes Jaenicke. So kurz angebunden? Wahrscheinlich nur konzentriert – gleich steht die Eröffnungsrede mit Senckenberg-Direktor Volker Mosbrugger an. Der aber plaudert entspannt: "Als Forscher hat man ja einen differenzierten Blick auf Tiere und ist weniger sentimental. Aber ich habe eine Schwäche für Vögel; das ist ja auch mein ursprüngliches Forschungsgebiet."

Buffi auf dem Bauernhof

Richtig gut drauf – trotz Erkältung – ist Ministerpräsident Volker Bouffier. Er kommt, scherzt mit Ex-Wissenschaftsminister Udo Corts und sagt: "Ich bin auf einem Bauernhof groß geworden und saß als Kind auf einem Pferd, das machte, was es wollte. Ich hatte richtig Schiss. Seitdem hab ich großen Respekt vor diesen wunderbaren Tieren." Spricht‘s und gesellt sich an den VIP-Tisch zu Jürgen Heraeus und Petra Roth, die an diesem Abend im zeitlosen kleinen Schwarzen und angesagten Designer-Pumps von Schuhikone Christian Louboutin auftrumpft.

Kinderfernsehstar Willi Weitzel bleibt lieber zurückhaltend. Tiererlebnis? "Seit ich weiß, dass Silberfischchen uralte Tiere sind, lasse ich sie zu Hause in Ruhe", sagt er und gesellt sich zu Dressurreiterin Ann Kathrin Linsenhoff. Die hat für dieses Event etwas Besonderes beigesteuert:

Bei der Benefizauktion konnte man ein Hufeisen des zehn Millionen Euro teuren Superhengstes "Totilas" ersteigern. Und damit Glück, ist sich Auktionator Michael Arnold sicher und wirbelt diesmal nicht mit einem Hämmerchen, sondern einem Paukenschlägel herum. Das Hufeisen geht für 5500 Euro weg – mehr Geld, als für einen Trip in den Amazonas geboten wird. Insgesamt sind an diesem Abend 112 000 Euro zusammen gekommen, inklusive Spenden.jro

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