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25 Mio. Euro mehr fürs Klinikum
Neubau in Höchst wird deutlich teurer – Dafür sollen langfristig Betriebskosten gespart werden
Die finanzielle Situation der Stadt ist schlecht. Trotzdem muss sie für den Neubau des städtischen Klinikums in Höchst mehr Geld als bisher geplant locker machen. Auf insgesamt 25 Millionen Euro summieren sich die Mehrkosten, wie Gesundheitsdezernentin Manuela Rottmann (Grüne) gestern bekanntgab.
Von Günter Murr
Frankfurt. ![]()
Gewarnt hatte die Gesundheitsdezernentin schon im September. Das bisher eingeplante Budget von 173 Millionen Euro werde für den Neubau des städtischen Klinikums in Höchst nicht reichen. Im Gesundheitsausschuss des Stadtparlaments präsentierte sie gestern konkrete Zahlen: Auf rund 198 Millionen Euro belaufen sich nach der aktuellen Kalkulation die Kosten. "Es handelt sich um eines der größten Investitionsprojekte der Stadt Frankfurt", sagte Rottmann. "Für mich hat es aber absolute Priorität." Das stellte im Gesundheitsausschuss niemand in Frage – auch wenn mancher Stadtverordnete angesichts der enormen Summe schon schlucken musste.
Ein Grund für die Preissteigerung ist der hohe Grundwasserspiegel. Würde man auf dem Grundstück in die Tiefe bauen, wäre ein aufwendiges Grundwasser-Management nötig. Schlimmstenfalls könnte das sogar umliegende Gebäude gefährden.
Kein Kellergeschoss
Deshalb wird auf das Kellergeschoss komplett verzichtet. Ursprünglich waren dort Einrichtungen wie Apotheke oder Sterilisation vorgesehen. Als Ersatz muss oberirdisch Platz geschaffen werden. Das Gebäude werde deshalb um 5000 Quadratmeter größer, erläuterte der Architekt Stefan Traxler vom Büro Wörner und Partner. Mehrkosten: 14 Millionen Euro. Die SPD zeigte sich gestern erstaunt, dass das Grundwasserproblem nicht schon früher erkannt wurde.
15 Millionen Euro zusätzlich werden für einen besseren Baustandard veranschlagt. Die Planer haben sich bisher an dem orientiert, was in anderen Kliniken üblich ist. Doch genauere Untersuchungen haben ergeben: Wenn man bei der Ausstattung spart, zahlt man später bei den Betriebskosten drauf. Zum Beispiel bei den Wänden. Lässt man sie nackt, spart man damit zwar Geld, doch schon nach kurzer Zeit sind sie von herumgeschobenen Betten beschädigt und müssen renoviert werden. Installiert man hingegen für drei Millionen eine Verkleidung als "Rammschutz", bleiben sie länger intakt und die Instandhaltungskosten reduzieren sich im Lauf von 30 Jahren um rund neun Millionen Euro. Ähnliches gilt für die Decken: Eine zusätzliche Investition von 1,5 Millionen Euro bringt eine Einsparung von 2,3 Millionen Euro.
Größere Patientenzimmer
Teurer wird das Vorhaben auch durch größere Patientenzimmer. Statt der üblichen 3,60 Meter Breite sind 3,90 Meter vorgesehen. Der Vorteil: Das am Fenster stehende Bett kann aus dem Zimmer geschoben werden, ohne das andere Bett zu verrücken. Das Pflegepersonal spart dabei rund zwei Minuten Zeit. Mehrkosten: rund drei Millionen Euro. Bei 100 000 Transportvorgängen pro Jahr steht dem aber eine enorme zeitliche Entlastung des Pflegepersonals gegenüber. "Wir holen die Kosten wieder rein", ist Udo Fink überzeugt, der Geschäftsführer der für den Neubau verantwortlichen Zentralen Errichtungsgesellschaft (ZEG).
Bei 205 Millionen Euro war die Kalkulation zwischenzeitlich angelangt. Doch die Planer suchten nach Einsparmöglichkeiten. Durch eine Reduzierung von Flächen um mehr als 1000 Quadratmeter wurden die Gesamtkosten schließlich noch einmal um sieben Millionen Euro reduziert. Schon eingerechnet ist der energiesparende Passivhaus-Standard, der aber laut Rottmann keine Mehrkosten verursacht.
Die Gesundheitsdezernentin betonte, dass die Stadtverordneten entscheiden können, ob sie die geänderten Standards mittragen wollen. Wenn sie es tun, steigt der städtische Anteil am Klinik-Neubau von 99 auf 116 Millionen Euro. Das Land, das für die Finanzierung von Klinik-Neubauten an sich allein zuständig wäre, erhöht seinen Zuschuss von 51 auf 54,4 Millionen Euro. 27,3 statt 23 Millionen Euro soll das Klinikum selbst beitragen. Mit dem Neubau soll das Klinikum in die Lage versetzt werden, dauerhaft wirtschaftlich zu arbeiten. Die Stadt will künftig den Betrieb nicht mehr mit Geld aus dem städtischen Haushalt subventionieren. 2010 hat das Krankenhaus bei einem Jahresumsatz von 150 Millionen Euro einen Fehlbetrag von drei Millionen Euro erwirtschaftet. Fink rechnet damit, dass spätestens Ende 2012 die Baugenehmigung vorliegt. Wenn alles glatt läuft, kann der Neubau 2015 bezogen werden.



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