Altenpflege im Wahlkampf

Im Kampf um Wählerstimmen setzen CDU und SPD auf die Senioren

Seit einer Woche können die Frankfurter per Briefwahl ihr neues Stadtoberhaupt wählen. Auch wenn der offizielle Wahltag erst am 11. März ist: 61 Bürger haben ihre Stimme schon abgegeben. Doch der Wahlkampf kommt nur schleppend in Gang.

Frankfurt. Stell’ Dir vor es ist Wahl und keiner geht hin: Bei einer Oberbürgermeisterwahl ist diese Gefahr besonders groß. Gerade mal 33,6 Prozent der Frankfurter gingen 2007 an die Urnen. Was in Frankfurt schlecht ist, ist in Offenbach noch schlechter. Im September 2011 sank dort die Beteiligung an der OB-Wahl auf 25,3 Prozent, in der Stichwahl waren es nur 24,3 Prozent. Angesichts solcher Werte erinnern sich Politiker gerne an die Treuesten der Treuen. Deshalb sprach gestern der Oberbürgermeisterkandidat der CDU, der hessische Innenminister Boris Rhein beim Seniorennachmittag der CDU im Bürgerhaus Ronneburg. Morgen besucht er um 16 Uhr das Altenzentrum Santa Theresa. Das ist klassische Pflege der Stammwählerschaft. Unter den Senioren ist der Anteil der CDU-Wähler besonders hoch, im Gegensatz zu den Jüngeren gehen sie pflichtbewusst an die Urnen.

Auch der SPD-Bewerber um den OB-Sessel, Peter Feldmann, setzt auf die Alten. Heute lädt er um 18 Uhr zu einer Diskussionsveranstaltung "Altersgerechte Stadt" ins August-Stunz-Zentrum, einem Alten- und Pflegeheim der AWO, ein.

Bisher fehlen dem Wahlkampf die zündenden Themen, sieht man mal vom Fluglärm durch die neue Landebahn ab. Die Oberbürgermeisterkandidatin der Flughafenausbaugegner (FAG), Ursula Fechter, versucht Honig daraus zu saugen. Mit der Aktion "Rettet Dribbdebach" unterstreicht Fechter ihre Forderung, die neue Landebahn wieder dicht zu machen. Heute werden erstmals die neuen Sticker verteilt.

Doch über eine Schließung der Landebahn hat nicht der Frankfurter Oberbürgermeister zu befinden. So ernst der Protest der lärmgeplagten Bürger zu nehmen ist: Noch nicht einmal im Süden der Stadt hatte der Flughafen bei Wahlen einen entscheidenden Einfluss. Das Landtagsdirektmandat im Süden ist auch während der Planung und des Baus der neuen Landebahn in der Hand der CDU geblieben. Auch bei der OB-Wahl am 11. März dürfte das Thema Fluglärm nicht wahlentscheidend sein, dazu ist die Zahl der vom Fluglärm betroffenen Bürger im Vergleich zur Gesamtstadt zu gering.

Der OB-Kandidat der SPD, Peter Feldmann, verfolgt die gleiche Strategie wie sein Kontrahent Rhein von der CDU: Schließung der Landebahn nein, aber eine deutliche Lärmreduzierung soll her, das Nachtflugverbot soll um zwei Stunden erweitert werden. Wie und ob es ein Nachtflugverbot gibt, entscheidet aber das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. Das Urteil wird für Mitte März erwartet. Dann ist der erste Wahlgang schon gelaufen und der Nachfolger von Oberbürgermeisterin Petra Roth gewählt, wenn er die absolute Mehrheit erreicht hat.tre

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