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Am Feiertag in die Moschee
Einmal im Jahr laden Frankfurts Muslime in ihre Gebetsräume und Gemeindehäuser
So viele muslimische Gemeinden wie noch nie beteiligten sich am "Tag der offenen Moschee". Allzu groß war das Interesse der Besucher aber nicht.
Frankfurt. ![]()
Die prachtvolle Kuppel der Abu Bakr Moschee hatte es den Besuchern am Tag der offenen Moschee besonders angetan. Foto: Weiß Ein bisschen ehrfurchtsvoll steht Hildegard Jagoda (63) unter der Kuppel der Abu Bakr Moschee in Hausen. "Ich war noch nie in einer Moschee", sagt sie. Am gestrigen "Tag der offenen Moschee", der seit 1997 mit dem Feiertag zur deutschen Einheit zusammenfällt, änderte sie das. Und trat ein in das prachtvolle Gotteshaus an der Praunheimer Landstraße. "Ich bin überrascht, wie offen hier alles ist, und wie herzlich ich empfangen wurde", sagt Jagoda.
Für Nourdin Akil, den zweiten Vorsitzenden der Gemeinde, ist das eine Selbstverständlichkeit. "Wir bekommen das ganze Jahr über Besuch. Zweimal in der Woche kommen Schulklassen, die den Islam im Unterricht behandeln", erzählt er.
Den Tag der offenen Moschee gibt es seit 1997. Ins Leben gerufen wurde er durch den Zentralrat der Muslime in Deutschland. Der Termin am Tag der Deutschen Einheit wurde absichtlich gewählt, als Ausdruck der Verbundenheit mit und in Deutschland. Bundesweit öffnen rund 1 000 Moscheen an diesem Tag ihre Türen, in Frankfurt waren es gestern 17 – sieben mehr als im Vorjahr. Insgesamt gibt es mehrere Dutzend Moscheen in der Stadt, in der nur ein Teil der etwa 75 000 Frankfurter Muslime organisiert sind.
Weniger Besucher
Allzu neugierig darauf, was in den Gotteshäusern passiert, waren die Nachbarn in diesem Jahr nicht. Vor wenigen Jahren noch kamen am 3. Oktober 200 Besucher in die Abu Bakr Moschee, gestern waren es bedeutend weniger. "Das hängt einfach damit zusammen, dass viele inzwischen schon einmal bei uns waren", glaubt Akil.
Auch im Islamischen Zentrum Frankfurt in Griesheim versammelte sich gestern nur eine kleine Besuchergruppe in der Bibliothek im ersten Stock. Abdullah Malano versuchte, ihnen einen kleinen Einblick in den Koran und den muslimischen Glauben zu verschaffen. "Viele haben ein falsches Bild und glauben, es ginge im Islam nur um Ge- und Verbote. Das gilt nicht nur für Christen, sondern auch für viele Muslime." Da sei der Tag der offenen Moschee die passende Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen und Missverständnisse auszuräumen.
Für einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einem besseren Miteinander hält Malano auch, dass sich inzwischen in vielen Gemeinden die Zweisprachigkeit durchgesetzt habe: Gepredigt wird in der jeweiligen Landessprache und auf Deutsch. Auch in Griesheim wird auf zwei Sprachen gepredigt. Isabell und Patrick Kriegel wussten das bisher nicht. Sie fühlten sich bei der Griesheimer Gemeinde gestern sehr willkommen. "Wir haben in den vergangenen Jahren von dem Tag gelesen, aber immer erst hinterher. Diesmal haben wir uns den Termin gemerkt", so Patrick Kriegel.
Lieber selbst schauen
"Viele Menschen haben Vorurteile. Wenn man dann aber mal genau hinschaut, bleibt davon nicht mehr viel übrig", ergänzt der Familienvater. Ihre drei Kinder erziehen die Kriegels katholisch. "Aber es ist uns wichtig, dass sie auch anderes kennenlernen. Nicht, weil wir wollen, dass sie die Konfession wechseln, sondern um in den Dialog mit anderen Religionen zu treten." göc



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