Applaus für Ausbildungsprojekt

Initiative des Sportkreises half mehr als 300 Jugendlichen und bekommt jetzt weiter Fördergeld

Toller Ansporn für das Firmenforum im Gallus Theater: Das Projekt "Gallus- 1:1 für Ausbildung" hat bislang mehr als 300 Jugendliche und junge Erwachsene erfolgreich beraten und vermittelt, nun wird es weiter vom Sozialdezernat gefördert.

Gallus. Die Eintracht Couch stand gestern beim Firmenforum im Gallus Theater. Holger Rompel und Manfred Schratz sowie Evklit Krauss und Seher Yilmaz (v. l.) ließen sich fotografieren. Sie alle drücken der Eintracht die Daumen im Aufstiegskampf. Foto: Rainer Rüffer Zuverlässigkeit zahlt sich aus, denn man sieht sich zwei Mal im Leben. Diese Erfahrung machte Samir Abdessakdi (20), der seinen früheren Jugendtrainer Manfred Schratz als Betreuer beim Betriebspraktikum der Firma Bischoff Baumaschinen wiedertraf. Möglich machte es die Vermittlung durch den Sportkreis Frankfurt. Gestern saßen die beiden im Gallus Theater auf der Eintracht-Couch, mit dem die Frankfurter Neue Presse seit Saisonbeginn das Unternehmen "sofortiger Wiederaufstieg" unterstützt. Etwas zu optimistisch tippten sie auf ein 2:0 oder gar 3:1 im letztlich unentschiedenen Spitzenspiel gegen Düsseldorf. Den Eintrachtspielern geht es wie vielen Jugendlichen im Gallus: Sie müssen einen guten Job machen, um am Ende den Aufstieg zu schaffen.

Zuschüsse fließen

Was bei der Eintracht der geschäftsführende Vorstand leistet, übernimmt beim Ausbildungsprojekt das Sozialdezernat: Die Weichenstellung und finanzielle Förderung für die nächsten Jahre. Klar, dass der Vorsitzende des Sportkreises Frankfurt, Roland Frischkorn, bejubelt wurde, als er die frohe Botschaft von Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld überbrachte: "Die Zahlen und persönlichen Erfolge der jungen Menschen sprechen für sich, das Projekt muss weitergehen." Mit zusätzlichen Mitteln für die Arbeitsmarktförderung aus der Haushaltskommission können die jährlichen Zuschüsse von rund 80 000 Euro weitergezahlt werden.

Somit sind die zahlreichen Angebote von Gallus 1:1 vorerst gesichert: Dazu gehören neben der Vermittlung von Praktika auch verschiedene berufsfördernde Maßnahmen von der Erstberatung bis zum Verfassen von Bewerbung und Lebenslauf. Wichtige Partner sind die rund 70 Betriebe im Gallus – vom Handwerk und der Veranstaltungstechnik bis zur Gastronomie und IT-Branche. Wichtige Unterstützung bei der Vermittlung und Vernetzung leistet zudem Evklid Krauss aus dem Team U25 des Jobcenters Frankfurt West.

"Der Sportkreis engagiert sich seit langem in der Berufsbildung und stieg zur Fußball-WM 2006 in das Projekt ein, das er 2007 mit dem Verein ,Jugend braucht Arbeit‘ als Hegiss-Innovationsprojekt der Sozialen Stadt Gallus übernahm", erinnerte die Koordinatorin Helga Roos. "In einem attraktiven Stadtteil wie dem Gallus kann der Sport durch Vernetzung der Initiativen seine volle Integrationskraft entfalten", ergänzte Hessens Innenminister Boris Rhein (CDU) . Was am Beispiel von Manfred Schratz deutlich wird, der als Jugendleiter der DJK Schwarz-Weiß Griesheim mit seinem Sportgelände im westlichen Gallus angesiedelt ist, woher viele Kicker kommen – auch Samir .

Der wusste nach dem Abschluss in der Paul-Hindemith-Schule: "Ich will einen praktischen Beruf mit Computer, wo ich auch mal richtig anpacken muss." Er wandte sich an das Büro des Sportkreises, wo Helga Roos den Kontakt zu Bischoff Baumaschinen herstellte. "Für Samir bot sich die bei uns die Lagerlogistik im Mietpark an. Im Umgang mit Kunden und Mitarbeitern galt für uns das Gleiche wie beim Fußball: Die Menschen ernst nehmen und fair behandeln." Als sich Samir später für seine jetzige Ausbildung bei der Klebstoff-Firma Panacol in Steinbach bewarb, konnte er bei der Gestaltung seiner Unterlagen weiter auf den Sportkreis zählen.

Fotos werden gemacht

Gestern saßen die beiden auf der Eintracht Couch, dem knalligen Möbel-Unikat. Die Couch reist diese Saison in Einkaufszentren, in Fußgängerzonen oder macht auf Straßenfesten Station. Fans können darauf Platz nehmen und ihre Loyalität zur Eintracht demonstrieren: Sie dürfen jubeln, Plakate hochhalten, Fahnen schwenken oder andere Ideen einbringen – davon werden Fotos gemacht und in den Bildergalerien veröffentlicht.

Dort findet sich auch ein Foto von Bürokauffrau Samravit Haile, die über 1:1 zur Telekommunikationsfirma Ancotel kam und nach der Ausbildung durch Dirk Hestermann sogar fest übernommen wurde. Seher Yilmaz (25) wandte sich an den Sportkreis, als sie Rat bei der Wahl und Finanzierung ihres Studiums in Tourismusmanagement brauchte – und erhielt sogar Unterstützung als Au-Pair in den USA. Klar, dass sie der Eintracht beide Daumen drückt, damit die auch nach dem Remis gegen Düsseldorf den Aufstieg schafft.got

Mehr zur Eintracht-Couch gibt es unter http://www.comeback-eintracht.de im Internet

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