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Auch das Radeln wird elektrisch
Bei E-Bikes ist die Region bundesweit vorne
Wenn es um das Thema Elektromobilität geht, liegt das Augenmerk meist auf Autos. Doch zahlenmäßig spielen derzeit Elektro-Fahrräder in der Rhein-Main-Region eine viel größere Rolle. Verkehrsplaner reagieren auf den Trend mit Schnellrouten.
Frankfurt. ![]()
Umweltdezernentin Manuela Rottmann (Grüne) hat das E-Bike im Sommer nur getestet. Als Dienstfahrzeuge nutzen Frankfurts Magistratsmitglieder bisher keine Pedelecs.Seit eineinhalb Jahren hat die Stadtverwaltung Elektro-Fahrräder als Dienstfahrzeuge. Ein Mitarbeiter nutzt sein E-Bike besonders häufig: Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD). "Es hilft mir, Termine ohne Hektik wahrzunehmen und meinen Aktionsradius zu vergrößern", sagt er. Auch der Frankfurter Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne) sieht in den sogenannten Pedelecs ein großes Potenzial, den Radverkehrsanteil in der Stadt zu erhöhen. Er selbst nutzt aber lieber ein konventionelles Fahrrad ohne elektrischen Hilfsmotor. "Ich nehme das sportlich", sagt er.
Elektro-Fahrräder liegen voll im Trend. Bundesweit wurden im vergangenen Jahr 200 000 Stück verkauft – gegenüber 2009 eine Steigerung um 33 Prozent, wie Stephan Schreyer vom Zweirad-Industrie-Verband erläutert. Er rechnet mit weiterem Wachstum. Vorne mit dabei ist Frankfurt/Rhein-Main. Unter den bundesweit acht Modellregionen zur Elektromobilität gibt es hier den größten Anteil an E-Bikes. Von den 552 Elektrofahrzeugen, die sich die Modellregion zum Ziel gesetzt hat, sind 449 Fahrräder mit einem elektrischen Hilfsmotor. "Pedelecs werden gerne vergessen, wenn es um Elektromobilität geht", sagt Christina Tenkhoff von der NOW GmbH, die für die Bundesregierung das Thema Elektromobilität koordiniert.
Interessant für Pendler
Dabei sind sie schon viel länger auf dem Markt als die vieldiskutierten Elektroautos. "Pedelecs werden auf dem Weg zur Arbeit an Bedeutung gewinnen", meint Joachim Hochstein, regionaler Radverkehrsbeauftragter beim Regionalverband Frankfurt/Rhein-Main. Denn durch die elektrische Unterstützung und die höhere Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 20 km/h könnten auch Wege von 15 Kilometer von Berufspendlern bewältigt werden.
Im Rahmen des Projekts "Bike + Business 2.0" hat der Regionalverband zusammen mit mehreren Partnern die Akzeptanz von Pedelecs im Alltagsbetrieb untersucht. 151 E-Bikes des Darmstädter Herstellers Riese und Müller gingen an zehn Arbeitgeber in der Region. Darunter ist auch die Frankfurter Stadtverwaltung. Genutzt werden sie zum Beispiel vom Grünflächenamt für die Baukontrolle oder von der Verkehrsüberwachung für Streifenfahrten. "Die Räder werden sehr gut genutzt", berichtet Thomas Friede vom städtischen Radfahrbüro.
Schnellrouten geplant
Auf den neuen Trend müssen sich auch die Verkehrsplaner einstellen. Denn Pedelecs sind schneller als herkömmliche Fahrräder, und schon allein aus Sicherheitsgründen müssen die Radwege angepasst werden. Der Regionalverband hat bereits direkt geführte Radschnellwege von Umlandgemeinden wie Hofheim oder Langen nach Frankfurt im Auge. Ein Pilotprojekt ist zwischen dem Gewerbegebiet Gateway Gardens am Flughafen und der Innenstadt geplant. mu



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