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Auf Schienen ins Radio
Am Sonntag sendete HR 4 live aus dem Verkehrsmuseum – Verein freut sich über Anerkennung
Wenn das Radio zu Gast ist, können die Straßenbahnfreunde im Verkehrsmuseum entspannen. Zwei Stunden lang wurde am Sonntag live aus Schwanheim gesendet.
Schwanheim. ![]()
Vereinschef Frank Nagel lässt sich auch beim Radeln auf der Draisine von Moderatorin Britta Wiegand interviewen. Foto: Reuß Frei hatten die Mitglieder des Vereins "Historische Straßenbahn der Stadt Frankfurt" am Sonntag zwar nicht, die Regie im Verkehrsmuseum Schwanheim an der Rheinlandstraße übernahmen aber dennoch andere. "Das ist schon nett, wenn die Besucher hier mal von jemand anderem unterhalten werden, als von uns", genoss Frank Nagel, Vorsitzender des Betreibervereins des Museums, den sonntäglichen Besuch des Radiosenders HR 4.
Unbekannter Anmelder
Der Hessische Rundfunk hatte sich angekündigt, um zwei Stunden lang live aus dem Verkehrsmuseum zu senden. Auf der Suche nach dem "besten Verein Hessens" wurden die Radiomacher auf die Straßenbahnfreunde aufmerksam. "Im Januar war plötzlich die Nachricht in meinem Postfach, dass wir angenommen wurden. Wer uns angemeldet hat, wissen wir bis heute nicht", rätselt Vereinsmitglied Thomas Lusmöller.
Der Herausforderung stellten sich die Straßenbahnfreunde aber trotzdem gerne. Erste Aufgabe: Frühjahrsputz. "Zwei Tage lang haben wir die Halle und die Exponate geputzt. Um die Dächer der Straßenbahnen sauber zu bekommen, mussten wir eine Hubbühne einsetzen", erzählt der Vorsitzende Nagel. Der Aufwand hat sich gelohnt. 1000 von möglichen 1000 Punkten gab es für die Putzaktion. Im Laufe des Sonntags konnten sie beim Bau eines Turms aus Holzklötzchen wieder punkten. Am Ende standen 3070 Punkte auf der Habenseite. Ob es zu Hessens bestem Verein reicht, entscheidet sich aber erst im Laufe des Jahres.
Im Mittelpunkt stand aber die Wertschätzung, die den Vereinsmitgliedern durch den Besuch des Radiosenders vermittelt wurde. "Wir stehen als Verein ja meist etwas im Schatten unseres eigenen Museums. Das ist auch in Ordnung. Trotzdem ist es schön, wenn auch mal die ehrenamtliche Arbeit der vielen Helfer, die das Museum am Laufen halten, so gewürdigt wird", sagt Nagel.
Mehr als 100 Enthusiasten
Gegründet wurde der Verein "Historische Straßenbahn der Stadt Frankfurt" (HSF) im Jahr 2004. Seit Ostern 2006 betreibt er das Verkehrsmuseum der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) an der Rheinlandstraße. Insgesamt engagieren sich mehr als 100 Enthusiasten im Verein, rund 30 davon bilden den harten Kern. Der Verein organisiert Ausstellungen, Führungen und Sonderfahrten in historischen Straßenbahnen. Zu den Höhepunkten im Veranstaltungskalender zählen der Osterhasen- und der Nikolaus-Express, die nicht nur für hartgesottene Straßenbahn-Enthusiasten ein Erlebnis sind. Dazu kommt noch die Arbeit im VGF-Archiv und das Stadtbahnmuseum am Kirchplatz, das ebenfalls vom Verein betreut wird.
Viel Arbeit also, die auf möglichst viele Schultern verteilt werden sollte. "Es ist nicht immer ganz einfach", gesteht Nagel. Da kommen solche engagierten Vereinsmitglieder wie Daniel Butt recht. Jeden Sonntag kutschiert er die Besucher in der Fahrraddraisine durch die Ausstellungshalle – so auch während des Besuchs des Radiosenders. Für den 23-Jährigen eine Selbstverständlichkeit: "Ich bin von Anfang an beim Verein dabei. Da helfe ich natürlich, wo ich kann."
Andere werden durch ihr Fachwissen zum Gewinn für die Besucher. So wie Rudi Tischer (68). "Ich war 40 Jahre lang Straßenbahn- und U-Bahn-Fahrer. Jetzt bin ich drei Jahre im Ruhestand und vermisse das Fahren", erzählt er. Die Beschäftigung mit den historischen Bahnen im Museum sei da genau das Richtige. Wie viel Arbeit und Herzblut im Verkehrsmuseum Schwanheim steckt, blieb auch HR 4-Moderatorin Britta Wiegand nicht verborgen. "Das ist ein toller Verein und das Museum ist ein richtiger Anziehungspunkt", urteilte diese während der Sendung.göc
Das Verkehrsmuseum, Rheinlandstraße 133, ist an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet für Erwachsene drei Euro, Kinder bezahlen einen Euro, Senioren, Studenten und Schüler zwei. Weitere Infos gibt es unter (0 69) 21 32 31 31 oder unter http://www.hsf-ffm.de im Internet.



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