Aus fünf Pfarreien wird eine

Überarbeitung der Gottesdienstordnung ist erste Belastungsprobe für den Pastoralen Raum

Bis 2016 soll aus dem neuen Pastoralen Raum Frankfurt-Höchst eine Pfarrei werden. Auf dem Weg dahin wollen die Katholiken erst einmal das Miteinander üben.

Von Barbara Schmidt

Frankfurter Westen. Pfarrer Martin SauerDie rund 17 300 Katholiken zwischen Zeilsheim und Sossenheim sind ein Stück enger zusammengerückt: Seit dem 1. Januar leben sie in einem gemeinsamen Pastoralen Raum. Damit ist ein weiterer Schritt auf dem Weg der Strukturveränderung getan, der allerdings noch inhaltlich ausgestaltet werden will.

Eine wesentliche Voraussetzung ist bereits geschafft: Für die neue Einheit gibt es nun einen gemeinsamen Pastoralausschuss als Leitungsgremium. Ihm gehören je drei Mitglieder aus jeder der fünf Pfarreien in Zeilsheim (St. Bartholomäus), Sindlingen (St. Dionysius), Höchst (St. Josef), Sossenheim (St. Michael) und Unterliederbach (St. Johannes Apostel) an. Von ihren Mitgliederzahlen her sind die Gemeinden zwar unterschiedlich groß, (zwischen 2800 und 3800 Gläubige), aber "es war ein einmütiger Beschluss der alten Gremien, dass alle gleichstark vertreten sein sollten", sagt Thomas Schmidt. Der Sindlinger wurde vom neu gebildeten Pastoralausschuss in der konstituierenden Sitzung zum Vorsitzenden gewählt. Seine Stellvertreterin ist Liselotte Bollin aus Sossenheim.

Wenig Erfahrung

Dem Vorstand gehört noch Martin Sauer an, der schon seit 15 Monaten Pfarrer aller fünf Gemeinden ist. Sauer findet es einen großen Vorteil, "dass wir jetzt klarere Strukturen fürs Arbeiten schaffen konnten". Denn auf den von Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst neu errichteten "Pastoralen Raum Frankfurt-Höchst", so die offizielle Bezeichnung, kommen weitere große Veränderungen zu. Bis 2016 soll aus den fünf Gemeinden eine "Pfarrei neuen Typs" werden. Davon gibt es im Bistum bislang nur zwei – in Oberursel und Wiesbaden-Mitte – und entsprechend klein sind die Erfahrungen mit diesen Großgemeinden.

Eine der wichtigsten Aufgaben sei nun, "ein Bewusstsein zu schaffen, dass es eine zusammenhängende Struktur ist", meint Pfarrer Sauer. Und Thomas Schmidt ergänzt: "Ich vergleiche das Ganze immer mit Europa. Wie sind alle Europäer, ohne dass wir die regionale Identität deshalb verlieren." Dieses Kunststück gilt es nun auch in Kirche zu vollbringen. Denn die neue Pfarrei soll nicht zentralistisch organisiert sein, sondern sich aus mehreren lebendigen Gemeinden zusammensetzen. Für Schmidt deshalb eine wichtige Frage: "Wie schaffen wir es, dass die einzelnen Ortskirchen noch eigenes Gesicht haben, eine eigene Identität, und Orte sind, wo Menschen noch ein Stück Heimat finden?" Er hält es für wichtig, wegzukommen vom Kirchturmdenken. "Wir müssen sehen, dass wir Solidarität üben. Es wird nicht alles so bleiben, wie es ist." Deshalb gelte es, "zu schauen, was ist notwendig, was muss erhalten bleiben und was können wir abgeben."

Mit der Überarbeitung der Gottesdienstordnung steht schon gleich eine erste Belastungsprobe für das "Wir"-Gefühl an. Für Pfarrer Sauer ist klar, dass es bei der bisher gültigen Regelung nicht bleiben kann, denn schon jetzt lässt sich der Plan häufig nur mit Aushilfen erfüllen. Sieben Eucharistiefeiern am Sonntag, (zu dem auch der Samstagabend zählt), seien auf Dauer nicht zu leisten. Für die Werktagsmessen müsse eine andere Verteilung gefunden werden, da mittwochs bis zu vier Eucharistiefeiern anstehen, während montags und donnerstags gar keine stattfinden.

Neuer Name abgelehnt

Auch eine Aufgabe für die nächsten vier Jahre: Die Vertreter der fünf Pfarreien müssen sich entscheiden, welche ihrer Kirchen Pfarrkirche der Großpfarrei werden soll. In ihrem Schatten soll nach dem Willen des Bistums dann der Pfarrer wohnen und das zentrale Pfarramt angesiedelt sein. "Zumindest eine Vorschlagsmöglichkeit haben wir", meint Schmidt. Dass man in Limburg damit nicht immer durchkommt, hat man aber gerade erst erlebt. Denn der Wunsch, sich unter einem neuen gemeinsamen Namen "St. Margaretha" oder "St. Margaretha und St. Justinus" zusammenzuschließen, ist vom Bistum glatt abgewiesen worden.

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