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Beckerwiese: Verwirrung um Sportplatz-Erweiterung
Oberrad. Da die beiden bestehenden Fußballfelder der SpVgg Oberrad 05 am Sachsenhäuser Landwehrweg nicht ausreichen, um den großen Andrang der mehr als 350 Nachwuchs-Kicker gerecht zu werden, benötigt der Verein dringend einen weiteren Fußballplatz (wir berichteten). Weil das Umweltamt aber der Umwandlung des bestehenden Tennen- in einen Kunstrasenplatz auf dem Sportplatz an der Beckerwiese nicht zustimmen wollte, soll in unmittelbarer Nähe ein neuer Platz errichtet werden.
Zu diesem Zweck verhandelt der Leiter des Liegenschaftsamtes Alfred Gangel seit geraumer Zeit mit zwei privaten Grundstücksbesitzern. Doch deren finanzielle Forderungen übersteigen den tatsächlichen Grundstückswert so sehr, dass der Chef des Liegenschaftsamts sogar mit Zwangsenteignung droht. Da die Stadt Ende vergangenen Jahres den nötigen Aufstellungsbeschluss fasste, wäre die Enteignung sogar rechtlich zulässig.
Unabhängig von den Planungen des städtischen Liegenschaftsamtes bemühen sich auch die Mitglieder des für Oberrad, Niederrad und Sachsenhausen zuständigen Ortsbeirats 5 um die Sicherstellung des Spielbetriebs: So fordern die Christdemokraten, den bestehenden Tennenplatz zu erweitern und auszubauen. "Wenn man die umwelttechnischen Voraussetzungen schafft, ginge das", sagt Ortsvorsteher Christian Becker (CDU). Da der von der SPD geforderte Neubau an anderer Stelle nicht zeitnah realisiert werden könne, "macht es schon Sinn, hier zweigleisig zu fahren", betont Becker.
SPD-Mitglied Ralf Heider beurteilt den CDU-Antrag jedoch als "nicht zielführend". Er will die Gunst der Stunde nutzen, und eine "perspektivische Lösung" anstreben. "In Oberrad gibt es auch für Leichtathletik einen großen Bedarf. Für ein wenig mehr Geld kann man das ganze Gelände als Reservefläche kaufen", sagt Heider.
Auch Alfred Gangel will am geplanten Grundstückserwerb festhalten und spricht sich gegen die Umfunktionierung des bestehenden Platzes aus. "Das habe ich Herrn Becker auch schon gesagt", so Gangel, der keine Reserve-Flächen ankaufen möchte, ohne zu wissen, welcher Nutzung diesen künftig zugeführt werden sollen. Lieber besorge Gangel, "was derzeit ansteht", statt die Zins-Uhr auf unbestimmte Zeit ticken zu lassen.
Für welche Option die Stadt sich letztlich entscheidet, SpVgg-Geschäftsführer Hans-Peter Wagner hat "das Gefühl, dass wir dort vorankommen". Zwar könne sich der Verein auch eine Umwandlung des bestehenden Tennenplatzes vorstellen. Doch im Vordergrund stehe die schnellstmögliche Schaffung eines dritten Spielfelds. "Wir werden in Kürze mit dem Liegenschafts- sowie dem Sportamt ein Gespräch führen, um uns auf die beste Variante festzulegen", skizziert Wagner das weitere Vorgehen. mov



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