Bunker sind der Stadt zu teuer

Bund will die Schutzbauten loswerden, verlangt aber zu hohe Preise – Lösung für die Vereine gesucht

Hunderte von Räumen in den Bunkern der Stadtteile werden von Vereinen als Abstellräume genutzt. Sie gehören der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima). Diese bietet die Bunker zum Verkauf an. Doch die Stadt winkt ab.

Von Thomas Remlein

Frankfurt. Steht zum Verkauf für über zwei Millionen Euro: Bunker an der Friedberger Anlage.Rund 50 Vereine nutzen derzeit die Frankfurter Bunker. Bislang gehörten die Bunker zum Katastrophenschutz; die Nebenkosten für die Bunker wurden von der Branddirektion getragen. Damit ist es nun vorbei.

Die Bima, eine Einrichtung des Bundes, will die Schutzbauten zu Geld machen. Bei den Preisen richtet sie sich nach der Bodenrichtwertkarte des Gutachterausschusses für Immobilienwerte. Die Bima ruft also Marktpreise auf. Insgesamt 15 Bunker in Frankfurt hat die Anstalt zum Verkauf angeboten. An drei hätte die Stadt Interesse. Es handelt sich dabei um den Bunker an der Friedberger Anlage, in der Petterweilstraße und an der Mörfelder Landstraße. Für den Bunker in der Petterweilstraße will die Bima nach Angaben von Liegenschaftsamtsleiter Alfred Gangel 1,1 Millionen Euro, für den an der Friedberger Anlage über zwei Millionen Euro, für den Bunker in der Mörfelder Landstraße wurde noch kein Preis genannt. "Zu diesen Preisen kaufen wir nicht", betonte Gangel.

Gedenkstätte geplant

Die Bunker-Grundstücke seien nur schwer zu vermarkten, einige stünden unter Denkmalschutz; beispielsweise der Bunker an der Friedberger Anlage. Dort will die Stadt eine Gedenkstätte errichten. Auf Basis des von der Bima geforderten Preises sei das nicht möglich, sagte Gangel. Der Liegenschaftsamtschef hatte der Bima einen Preis auf Basis der Mieten angeboten, welche die Vereine zahlen. Das wurde mit der Begründung abgelehnt, es sei keine kommunale Aufgabe, den Vereinen Räume zur Verfügung zu stellen.

Um den Vereinen weiterhin eine Heimstatt bieten zu können, sind CDU-Fraktionschef Helmut Heuser und Leo Schneeweiß, der Vorsitzende des Vereinsrings Unterliederbach und stellvertretende Vorsitzende des Stadtverbands der Vereinsringe zur Zentrale der Bima nach Berlin gereist, um über die Vertragsgestaltung zu verhandeln. Die Bima bietet den Vereinen wegen ihrer Verkaufsabsichten nur noch kurzfristige Mietverträge an, die zudem den Vereinen wenig Spielraum für Eigeninvestitionen lassen. Heuser hat nach dem Verlauf des Gesprächs in der vergangenen Woche Hoffnung, dass die Bima auf die Vereine zugeht. "Ich habe das Gefühl, dass sich der Besuch gelohnt hat", sagte er.

Abriss ist schwierig

Die Bima will die Frankfurter Bunker nun ausschreiben. Der Liegenschaftsamtsleiter hofft, dass sich dadurch auch die Preise korrigieren. "Vielleicht beteiligen wir uns an der Ausschreibung", sagte er. Dass die Bunker auf eine große Nachfrage stoßen, darf bezweifelt werden.

Der Abriss ist wegen der starken Eisen-Armierung teuer, schließlich sollten sie einmal vor Bomben schützen. Auch steht zu befürchten, dass sich im Untergrund Altlasten befinden, deren Entsorgung ebenfalls aufwendige Arbeiten erfordert.

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