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Das erste Kandidaten-Casting
SPD sucht OB-Bewerber: Michael Paris und Peter Feldmann präsentierten sich den Genossen
Wer wird der nächste OB-Kandidat der SPD? Gestern stellten sich die Kontrahenten Michael Paris und Peter Feldmann erstmals einer größeren Parteiöffentlichkeit. Sie wurden vor allem zum Thema Fluglärm gefragt.
Frankfurt. ![]()
Ring frei für Michael Paris (links) und Peter Feldmann. In der Mitte "Schiedsrichter" Grumbach. Foto: WeisEine Viertelstunde vor Beginn ist Peter Feldmann schon da. Und zwar mehrfach. Seine Helfer haben auf den Tischen im großen Saal des Südbahnhofs bereits Flugblätter und Broschüren ausgelegt, mit denen der Parteilinke für sich wirbt. Michael Paris dagegen ist persönlich anwesend, Drucksachen hat er nicht dabei. "Ich habe meinen Newsletter ja schon allen Mitgliedern geschickt", sagt er.
Feldmann kommt erst fünf Minuten nach 19 Uhr. Er geht durch die Reihen, schüttelt allen die Hand. Gut 100 Genossen sind gekommen, mehr als mancher Skeptiker erwartet hatte. "Personalentscheidungen ziehen bei uns immer", sagt Petra Tursky-Hartmann, die früherer Vorsitzende der SPD Sachsenhausen. Erstmals können die 3800 Frankfurter SPD-Mitglieder den OB-Kandidaten in einer Urwahl bestimmen.
Feldmann am Boden
Die beiden Bewerber nehmen auf dem grell erleuchteten Podium Platz, zwischen ihnen als "Schiedsrichter" sitzt Parteichef Gernot Grumbach. Jeweils 20 Minuten haben die beiden Kandidaten für ihre Rede. Paris fängt an, spricht über die Stärkung der Stadtteile, Wohnungsbau, Bildung und Integration. Er beruft sich auf prominente Sozialdemokraten wie Willy Brandt, Rudi Arndt und Kurt Beck. Differenzen mit seinem Mitbewerber will er gar nicht erst aufkommen lassen, ja er lobt Feldmann sogar für dessen Initiative, einen Bürgerhaushalt in Frankfurt einzuführen. Am Ende zieht Paris seinen stärksten Trumpf: "Meine Wahlergebnisse zeigen: Mir vertrauen die Menschen."
Ganz anders präsentiert sich Feldmann. Er lässt das Rednerpult links liegen, schnappt sich das Mikrofon, springt von der Bühne auf den Boden und spricht direkt vor den Zuhörern. Aggressiv greift er Petra Roth und den CDU-Kandidaten Boris Rhein an, versucht Emotionen zu wecken mit der Geschichte seiner Familie, die von den Nazis verfolgt wurde. Und natürlich kommt er auf seine Lieblingsthemen Kinderarmut, Senioren, Wohnungsnot und Internationalität.
In der Diskussion steht für die Genossen aus dem Frankfurter Süden ein Thema im Mittelpunkt: der Fluglärm. Paris weist darauf hin, dass sich die SPD immer für den Flughafenausbau ausgesprochen habe. "Aber nur unter der Bedingung des Nachtflugverbots." Jetzt müsse über eine Ausweitung der Schutzzonen oder über eine Lärmobergrenze für Frankfurt nachgedacht werden. Feldmann kann sich eine Ausweitung des Nachtflugverbots vorstellen, "wenn alle anderen Maßnahmen nichts bringen."
Paris wird wütend
Am Ende gerät Paris in die Defensive. Ein Genosse wirft ihm vor, er habe frühzeitig von den Plänen gewusst, die Wahl Andrea Ypsilantis zur Ministerpräsidentin scheitern zu lassen. Paris wird wütend: "Ich bin seit 40 Jahren Sozialdemokrat, so etwas lasse ich mir nicht in die Schuhe schieben."
Um 20.30 Uhr wird die Wahl eröffnet. Ulli Nissen, Vorsitzende der Frankfurter SPD-Frauen, ist als erste an der Urne. Wie abgestimmt wurde, erfährt niemand. Ausgezählt werden die Stimmen von allen sechs Regionalkonferenzen und von der Briefwahl am 14. Dezember. mu



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