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Das teure Leben des schönen Jupp
Ehemaliger Grundbuchamtsleiter wegen Bestechlichkeit angeklagt
Gegen den ehemaligen Leiter des Grundbuchamtes ist Anklage wegen Bestechlichkeit und Verrats von Dienstgeheimnissen erhoben worden.
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Jupp B. Frankfurt. Über Jahre hinweg prägte der Oberamtsrat B. das Frankfurter Grundbuchamt. Er galt in Fachkreisen, bei Notaren und Immobilienmaklern als ausgewiesene Autorität. Gleichzeitig pflegte der heute 60 Jahre alte Beamte aber offenbar auch einen großzügigen Lebensstil. Diese beiden Komponenten führten nun zu einer Anklage wegen Bestechlichkeit und Verrates von Dienstgeheimnissen, die Oberstaatsanwältin Doris Möller-Scheu gestern der Öffentlichkeit bekannt gab.
Spätestens seit Januar 2006 drückten B. private Schulden derart, dass er über sein an sich recht großzügiges Beamtengehalt hinaus neue Geldquellen erschließen musste. Mit einer Maklerin, die er bereits seit mehr als zehn Jahren kannte, kam er überein, ihr regelmäßig interne Informationen über bevorstehende Grundbucheintragungen mitzuteilen.
55 000 Euro kassiert
Wurde zum Beispiel ein Erbschein eingereicht, der einen zeitnahen Eigentümerwechsel einer lukrativen Immobilie im Westend signalisierte, bekam die Maklerin sofort Mitteilung, um sich mit den Erben über einen möglichen Verkauf des Hauses unterhalten zu können und damit einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen. Im Gegenzug flossen rund 15 000 Euro in mehreren Tranchen an den "schönen Jupp", wie B. aufgrund seiner auffallenden äußeren Erscheinung mit exquisiter Kleidung und anderen Accessoires genannt wurde.
Auch zwei andere Makler profitierten von den "Leistungen" des Grundbuchamts-Chefs. Sie zahlten jeweils 20 000 Euro für Grundbuchauszüge, die sie ohne Nachweis des ansonsten erforderlichen "berechtigten Interesses" erhielten, sowie für Informationen über anstehende Erbfälle oder für Betreuungsangelegenheiten.
Lange fiel nichts auf
Mindestens viereinhalb Jahre konnte B. diese Masche verfolgen, ohne dass etwas auffiel. Als Abteilungsleiter hatte er ja ungehinderten Zugang zum elektronischen Grundbuch und den dazugehörigen Akten, auch außerhalb der regulären Dienstzeiten. Dann aber wurde er im Herbst 2010 plötzlich nicht mehr gesehen in der Goethestraße beim Kaffee oder an den Bier- und Weinständen in der Innenstadt, wo er öfter den Feierabend verbrachte. Tatsächlich wurde er im Oktober direkt im alten Justizgebäude A, wo das Grundbuchamt seinen Sitz hat, festgenommen. Offenbar hatten sich betroffene Hausbesitzer beschwert. Erst als sich B. vier Wochen später umfassend zu den Dingen äußerte, wurde er aus der Untersuchungshaft entlassen und wartet seither auf sein Strafverfahren.
Schon wegen der Bedeutung der Sache wurde die Anklage bei der Spezialkammer für Bestechungskriminalität des Landgerichts erhoben. Weil dies offenbar erst vor einigen Tagen geschehen ist, stehen noch keine Hauptverhandlungstermine fest. ge



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