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Deutschlands Sportfamilie Nummer 1
Griesheimer Familienclan setzt sich seit Jahrzehnten für die DJK und weitere Vereine ein und wurde dafür ausgezeichnet
22 Mitglieder der Großfamilie Schratz / Horst sind in Vereinen, vorwiegend bei der DJK Griesheim, aktiv. Vom Deutschen Olympischen Sportbund wurden sie als "Deutschlands engagierteste Vereinsfamilie" ausgewählt.
Von Florian Günther
Frankfurt. ![]()
Sport und Vereinsarbeit sind ihr Leben: Die Großfamilie Schratz / Horst engagiert sich seit Jahren – vor allem bei der DJK Schwarz-Weiß Griesheim. Foto: Reuß Manfred Schratz steht in der Eingangstür zur kleinen Gymnastikhalle der Berthold-Otto-Schule und lächelt. Der 61-Jährige beobachtet das bunte, sportliche Treiben seiner Großfamilie. Ein Bild, das er beinahe täglich zu Gesicht bekommt. Denn Sport und vor allem das Engagement für die DJK Schwarz-Weiß Griesheim, aber auch andere Vereine, steht im Mittelpunkt des Familienlebens. Alle 22 Clanmitglieder über drei Generationen verteilt sind momentan als Jugendleiter, Trainer, Frauenwartin, Abteilungsleiter, Übungsleiter, Betreuer oder Helfer in dem Griesheimer Traditionsverein eingebunden.
Unter 134 Bewerbern
Für dieses außerordentliche Engagement wurde sie jetzt vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), der Dachorganisation des deutschen Sports, als "Deutschlands engagierteste Vereinsfamilie" ausgezeichnet. "Wir wären erst gar nicht auf die Idee gekommen, uns beim DOSB zu bewerben", erzählt seine Ehefrau Anne Schowald-Schratz. Über ein Vereinsmitglied wurden sie im Sommer vergangenen Jahres aber dann doch auf die Auszeichnung aufmerksam gemacht. 134 Bewerberfamilien gab es deutschlandweit. Dementsprechend groß war die Überraschung, als sie beim Neujahrsempfang des DOSB im Frankfurter Römer geehrt wurden.
Die Anfänge des familiären Engagements begannen im Jahr 1965. Damals waren schon die Eltern von Manfred Schratz und seine drei Geschwister im Verein ehrenamtlich aktiv. Ob Vereinshausbau, die Organisation von Turnieren, Arbeiten als Kassenwart oder einfach nur, um für das leibliche Wohl der Sportler zu sorgen – der Einsatz für die DJK wird seitdem vorgelebt.
Manfred Schratz gründete mit 18 Jahren die erste aktive Männermannschaft im Fußball und übernahm zwei Jahre später das Amt des Jugendleiters. Auch nach 40 Jahren hat er das Amt noch inne – sein Stellvertreter ist seit 30 Jahren Bruder Winfried Schratz – und ist nebenbei als Jugendtrainer im Verein tätig. Er versteht sich als eine Art Sozialarbeiter: "Kinder von der Straße holen und ihnen Sport beibringen ist die größte Motivation für mich." Ein Leben ohne die DJK und die damit verbundene Jugendarbeit kann er sich gar nicht mehr vorstellen. "Das Engagement für den Verein war schon immer da. Mit Sport verbringe ich meine Freizeit ja zudem mit etwas Schönem", berichtet Manfred Schratz.
Mit dieser Einstellung ist er in der Familie Schratz / Horst bei weitem nicht der einzige. Fragt man Kai Horst (35), wie er zum ersten Mal mit der DJK in Kontakt gekommen ist, antwortet er: "Ich wurde quasi auf dem Sportplatz geboren."
Ex-Nationalspieler
Der Sohn von Manfreds Schwester Monika, die durch die Heirat mit Frank Horst den Familienclan erweiterte, ist leidenschaftlicher Fußballer. Sport war einfach selbstverständlich für ihn. "Es wurde mir einfach von meiner Familie vorgelebt", betont er. Angefangen bei den "Bambinis" spielte Kai Horst mit seinem Bruder Ralf bis zur C-Jugend bei der DJK Griesheim. Danach ging es höher hinauf: Er kickte in der Jugend für Eintracht Frankfurt und spielte zehnmal für die deutsche U 16-Jugendnationalmannschaft. Bis vor ein paar Jahren war er als Spieler für den Hessenligisten FV Bad Vilbel aktiv, ehe er aufgrund einer Verletzung aufhören musste. "Wenn bei einem Jugendturnier ein Schiri gebraucht wird, springe ich auch ganz gerne mal ein", erzählt Kai Horst.
Aber nicht nur Fußball liegt der Großfamilie. Ob Tischtennis, Turnen, Leichtathletik oder Handball, es gibt kaum eine der beliebten Sportarten, mit denen die Familie noch nicht in Kontakt gekommen ist. Zu den ehemaligen Hochleistungssportlern gehört neben Kai und Ralf Horst auch Nora Schratz. Dass sie seit ihrer Geburt körperlich behindert ist, war für sie kein Grund, nicht auch Sport zu treiben. Heute, im Alter von 32 Jahren, kann sie auf eine erfolgreiche Karriere als Rollstuhlbasketballerin zurückschauen. Deutsche Meisterin, Europameisterin und die dreimalige Teilnahme an den Paralympics sprechen für sie. Mittlerweile ist sie Trainerin der Bundesligamannschaft des RSC Frankfurt.
Mit Celina Horst (10) ist mittlerweile die vierte Generation der Sportfamilie aktiv. Zwar nicht bei der DJK, aber das war auch nicht ausschlaggebend für die Auszeichnung des DOSB. Hauptsache in einem Verein tätig, heißt es da. Und das ist sie in Okriftel als Leichtathletin. "Seit ich klein bin mache ich Sport. Erst habe ich geturnt und jetzt mache ich Leichtathletik", erzählt Celina Horst. Sie ist ein Beispiel dafür, dass neue Familienmitglieder stets mit Sport, der Vereinsarbeit und dem ehrenamtlichen Engagement aufwachsen. Manfred Schratz spricht für den gesamten Familienclan: "Solange Kinder nachwachsen, wird es Schratz / Horst im Vereinsleben immer geben."



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