Die Außenseiter bei der OB-Wahl

OB-Bewerber und Humorist Schmitt will den Flughafen in den Taunus verlegen und Offenbach eingemeinden. Unter den zehn Kandidaten für die Frankfurter Wahl in zwei Wochen sind auch einige Außenseiter. Einer von ihnen will schon zum dritten Mal Rathauschef der fünftgrößten deutschen Stadt werden.

Von Von Ira Schaible

OB-Kandidat Oliver Schmitt (Die Partei) demonstriert im Gewerkschaftshaus während einer Podiumsdiskussion der OB-Kandidaten. Foto: dpa Frankfurt. Bewerber Oliver Maria Schmitt nutzte eine Podiumsdiskussion der fünf chancenreicheren Frankfurter OB-Kandidaten, um noch vor dem Veranstalter ans Mikrofon zu treten und seine satirischen Wahlplakate hoch zu halten. Zwei seiner Konkurrenten um den Chefsessel im Rathaus, Jean-Jules Tatchouop und Carl-Maria Schulte, verteilten unterdessen in dem überfüllten Saal des DGB-Hauses ihre Flugblätter.

Unter den zehn Kandidaten, bei denen die Frankfurter in gut zwei Wochen (11. März) ihr Kreuzchen machen können, sind auch einige Außenseiter. Drei von ihnen sind Einzelbewerber und zwei mit ihren Parteien nicht im Stadtparlament vertreten. Um als Einzelbewerber zugelassen zu werden, sind 186 Unterschriften von wahlberechtigten Bürgern notwendig. Das sind doppelt so viele wie die 93 Mandate im Stadtparlament.

"Nichtraucherfreies Frankfurt"

Ex-"Titanic"-Chefredakteur Schmitt ist der Satirischste von ihnen. Der 45-Jährige ("Die Partei") schlägt einen Höhenflughafen Frankfurt Taunus vor, die Eingemeindung Offenbachs und ein Nachtfahrgebot für Busse und Bahnen. Mit dem Slogan "Rauchzeichen" wirbt er auf Plakaten "für ein nichtraucherfreies Frankfurt". Dem aussichtsreichsten OB-Kandidaten, Innenminister Boris Rhein (CDU), sieht Schmitt ziemlich ähnlich - "ein biologischer Nachteil", wie er findet. Sein Motto sei schließlich "Rhein in den Main, Schmitt in den Römer".

Carl-Maria Schulte (58), der seinen Beruf als "Kulturschaffender" angibt, versucht es bereits zum dritten Mal. "Lassen sie uns die Zukunft Frankfurts, die uns so sehr am Herzen liegt, als ein Gesamtkunstwerk verstehen", antwortet er bei den Wahlprüfsteinen von IHK und Handwerkskammer auf die Frage nach seinen Perspektiven bis 2018. Er strebt eine "Welt-Ökosiedlung im Europaviertel", eine "werteorientierte Stadtpolitik" und mehr "Bürgerpartizipation" an.

"spirituelle Aufklärung"

Das ist auch das Credo von Tatchouop. "Alles ist möglich, aber nur mit Volksbefragung beziehungsweise Volksabstimmung", beschreibt der 63-Jährige seine Vision für die Amtszeit. Für die Deutsch-Kamerunische Gesellschaft zur Förderung Solartechnischer Einrichtungen und Spirituelle Selbstheilung wirbt der Parteilose. Und fordert: "Entfaltung, religionsfreie- und spirituelle Aufklärung für alle." Der Diplom-Ingenieur hatte 2007 schon einmal für den OB-Posten kandidieren wollen, allerdings damals vergeblich, wie es im Wahlamt heißt.

Harald Frenzel aus Fränkisch-Crumbach ist der dritte parteilose Einzelbewerber. Er trat im vergangenen März schon einmal bei der Bürgermeisterwahl in der Odenwaldgemeinde an - ohne Erfolg. Im Frankfurter OB-Wahlkampf hat sich der 50 Jahre alte Brandmeister bei der Berufsfeuerwehr bislang rargemacht. Bei den Wahlprüfsteinen der IHK etwa ist er der Einzige, der erst spät und dann nicht auf alle Fragen eine Antwort gibt. Seine Perspektive für 2018? "Elektro-Mobilität und Fahrschulausbildung in den Regelschulen." Bei hohen Beamten will er Posten einsparen und mit dem Geld die Schulden der fünftgrößten Stadt Deutschlands abbauen.

Gegen den Flughafenausbau

Ursula Fechter kämpft dagegen seit 14 Jahren gegen den Ausbau des Flughafens. Beobachter schätzten die Chancen der 66 Jahre alten Steuerberaterin, in die Stichwahl zu kommen, trotz der inzwischen hochgekochten Proteste aber als gering ein.

Die Stilllegung der neuen Landebahn fordern inzwischen auch die Kandidatinnen der Grünen und der Linken, Rosemarie Heilig und Janine Wissler. Und die aus einer Bürgerinitiative hervorgegangene Wählergemeinschaft der Flughafenausbaugegner (FAG), die Fechter nominiert haben, ist zudem nicht mehr im Stadtparlament vertreten. Ihr zentrales Thema allerdings, für das die 66-Jährige mit ihrem politischen Engagement steht, spielt im Wahlkampf die Hauptrolle.

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