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Die Geheimnisse der Gardemädchen
Wie die Mädels und Jungs den eisigen Temperaturen trotzen
Hoch das Bein und die Trompeten! Der Klaa Pariser Gardetag ist praktisch die Generalprobe, bevor es am Fastnachtsdienstag in Klaa Paris aufs Ganze geht. Gestern zogen die Fidelen Nasssauer zum 51. Mal mit ihren rund 700 Gästen aus 29 Vereinen durch die Gassen Heddernheims. Doch wie behalten die Gardetänzer bei eisigen Minusgraden ihr strahlendes Lächeln? FNP-Mitarbeiterin Julia Rösch hat die Geheimnisse rund um das närrische Treiben gelüftet.
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Spieglein, Spieglein in meiner Hand: Laura, Tänzerin bei den Pierrette, wirft einen letzten prüfenden Blick in den Spiegel. Make-up und Haare sitzen. Der Gardetag kann beginnen. Fotos: RüfferÜbungssache. Die Haare sind zu komplizierten Hochsteckfrisuren aufgetürmt, die Gesichter leuchten in den unterschiedlichsten Farben und strahlen mit dem Kostüm um die Wette. Solch ein raffiniertes Make-up mit künstlichen Wimpern und wunderbar ebenmäßigem Teint dauert doch sicher Stunden, bis es aufgetragen ist. Oder? "Nö", lacht Laura, Tänzerin beim Carnevalverein Pierrette. "Inklusive Wimpern, für die ich ein bisschen Geduld brauche, bin ich in 15 Minuten fertig."
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Kaiserwetter nennt Fidele-Nassauer-Vorstandsmitglied Jörg Haft strahlend blauen Himmel bei frostigen Temperaturen – ideal für einen Umzug. Am Sonntag war es mit minus fünf Grad für seinen Geschmack aber fast ein bisschen zu kalt. Egal: Das sonnige Gemüt bringen die Karnevalisten ja von Natur aus mit. "Außerdem ist alles besser als Schnee oder kalte Nässe", weiß Gardetänzerin Yvonne (19). "In solchen Fällen müssen wir Tüten über die teuren Hüte ziehen, um sie vor Feuchtigkeit zu schützen."
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Hübsche Zwiebel. Minusgrade und knappe Röckchen – wie überleben die Gardetänzerinnen das und sehen dabei noch gut aus? Kamerunerin Julia erlaubt Einblick in ihre Anziehtaktik: "Ich trage vier Strumpfhosen übereinander, außerdem ein paar Socken; die sieht man ja in den Stiefeln nicht. Darüber dürfen wir Stulpen anziehen. Dann kommt der Rock. Oben herum habe ich ein Top an, einen Rollkragenpullover, eine Fleecejacke und mein Uniform-Jackett. Zwei Paar Handschuhe, und es kann losgehen."
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Abgestimmt. Auch im Karneval muss alles seine Ordnung haben. Zu Beginn eines jeden Klaa Pariser Gardetags treffen sich zwei Vertreter der teilnehmenden Vereine zur hoch-offiziellen Einsatzbesprechung im Clubraum im ersten Stock. Hier werden nicht nur die Orden der aktuellen Kampagne verteilt, sondern nach Wetterlage beschlossen, ob der Zug sich überhaupt in Bewegung setzt. Glück gehabt: Am Sonntag waren alle dafür.
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Wertvoll. Ab Beginn der Kampagne ist jedes Gardemädchen für seine Garderobe selbst verantwortlich. Und die ist umfangreich: Neben der Uniform für die Umzüge gibt es noch ein Kostüm fürs Tanzen plus ein weiteres, in dem die Schautänze aufgeführt werden. Rund 400 Euro kostet ein Outfit – und da sind die Tanzstiefel für und 50 Euro und Hüte, die oft 80 Euro kosten, noch nicht einberechnet. Nach Aschermittwoch kommen die Kostüme wieder in die Obhut des Vereinsarchivars.
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Hahn im Korb ist der zehnjährige Noah in der Tanzgruppe des KV Sterntaler Frankfurt. Viele Mädchen und nur ein Junge; fühlt man sich da nicht manchmal ein wenig einsam? "Nur ein bisschen", sagt er tapfer; "aber meine Freunde haben eben keine Lust zum Tanzen." Er selbst ist vor zwei Jahren zur Garde gekommen: Über eine Klassenkameradin, die ihn mit zum Training nahm. Spaß hat er auf jeden Fall – und träumt von einem Soloauftritt.
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Klebrig. Tänzer kennen die raffiniertesten Methoden, um auf der Bühne eine möglichst gute Figur zu machen. Ein sicherer Stand ist wichtig, um gekonnt die Beine herumzuwirbeln. Doch wie schafft man das, wenn etliche Gruppen vor einem an der Reihe waren und der Boden spiegelglatt ist? "Mit Haarspray", weiß Julia (19) von den Kamerunern. "Das sprühen wir uns an die Sohlen." Als Alternative sorgt auch das Abführmittel Rizinusöl für Rutschfestigkeit.
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Heißer Tipp. Nicht nur die Tänzer haben mit der Kälte zu kämpfen. Auch die Musiker entlocken bei diesen Temperaturen vor allem ihren Blechblasinstrumenten nur mit Mühe saubere Töne, weiß Martina Debler. Sie spielt Posaune im Musikzug der Turnerschaft. Ihr Tipp: "Man sollte ein Plastikmundstück aufsetzen, sonst friert man mit den Lippen fest."
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Taktvoll. Hübsch sind sie anzusehen, die Mädchen vom KTC Rot-Weiß, wie sie ihre Pompons durch die Luft wirbeln. Außerdem müssen sie lächeln, winken und an ihre Tanzschritte denken – und bitte: alle synchron! "Das ist nicht schwierig", findet Jessica (20). "Man muss nur in den Takt kommen. Dann läuft alles wie von selbst."



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