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Die Natur lieben lernen
Ortsgruppe Frankfurt der Naturfreunde feiert am Sonntag ihr 100-jähriges Bestehen
Die Naturfreunde Frankfurt werden in diesem Jahr 100 Jahre alt. Neben Aktivitäten für Jung und Alt in der Natur ist der Verein seit seiner Gründung auch eng mit der Frankfurter und der deutschen Geschichte verbunden. Morgen begehen die Naturfreunde das Jubiläum mit einem Neujahrsempfang.
Von Benjamin Kilb
Niederrad. ![]()
Natur pur: Die besten Freundinnen Sarah (8, links ) und Kiara (7) schauen in einer mit Stroh ausgelegten Holzkiste im Garten des Niederräder Naturfreunde-Stadthauses, ob die Insekten schon Eier gelegt haben. Foto: Benjamin Kilb"Mal schauen, ob die Insekten schon Eier gelegt haben", denken sich die besten Freundinnen Kiara (7) und Sarah (8) und öffnen eine mit Stroh ausgelegte Holzkiste im Garten des Niederräder Naturfreunde-Stadthauses. Auf der Unterseite des Deckels zeigt sich in Form kleiner schwarzer Kügelchen der Insektennachwuchs. Seit Jahrzehnten sorgen die Naturfreunde für frühen Kontakt zwischen Stadtkindern und Natur. Doch der Verein unternimmt weit mehr: Mitglieder sind politisch tätig, zeigen in abgeschiedenen Hütten urtümliche Lebensweisen und leben sanften Tourismus vor.
Politisch aktiv
Naturfreunde-Vorstand Maria Dämkes trat dem Verein vor 17 Jahren bei. Ihre Kinder engagierten sich mit Leidenschaft in der Jugendabteilung der Naturfreunde. Auch überzeugte die Gewerkschafterin die Mischung aus Freizeitaktivitäten und Einsatz für die Arbeiterbewegung. "Bis dahin war mir nicht klar, dass der Verein auch politisch aktiv ist", so Maria Dämkes.
Politische Frühschoppen stehen auf dem Programm, Teilnahmen an Ostermärschen oder Demonstrationen am 1. Mai. Nicht selten stöhnt das Umweltamt, wenn die Naturfreunde ihre Teilnahme an Radtouren durch den Frankfurter Grüngürtel wieder mal politisch färben. Doch die Mitglieder können auch anders und bieten Ferienspiele und Sommerfreizeiten für Kinder und Jugendliche, Wanderungen, Wintersport, Bergsteigen und Stadtgänge für die Erwachsenen. Auf Senioren wartet ein Angebot aus Musiknachmittagen, Busfahrten und einem Seniorencafé. Ihr Niederräder Haus am Poloplatz 15, direkt am Frankfurter Grüngürtel, liefert den Naturfreunden Raum für allerlei Veranstaltungen und eine urwüchsige Außenanlage mit einem Kletterparcours für die Kleinen. Dort wird am Sonntag um 11 Uhr auch der Neujahrsempfang zum 100-jährigen Bestehen stattfinden. Das Grundstück liegt allerdings direkt unterhalb der Einflugschneise des Flughafens, was die Politik bei den Naturfreunden dann doch wieder in den Vordergrund rückt. "Wir sind schon immer gegen den Ausbau des Flughafens und ganz zentral in den Bürgerinitiativen beteiligt. Wir sehen uns nicht nur als Betroffene, sondern positionieren uns auch politisch gegen den Ausbau", so Vereinsvorstand Elke Lambrecht.
Weniger von Fluglärm belastet ist die Gegend um Brombach im Taunus, wo die Naturfreunde Frankfurt seit 97 Jahren eine großzügige Selbstversorgerhütte betreiben. Geöffnet von März bis Oktober, bietet sie 29 Betten und einen Raum für 35 Personen. Auch im Gallus sind die Naturfreunde vertreten. Derzeit plant der Verein, das dortige Grundstück in der Herxheimer Straße über einen Erbpachvertrag von der Stadt Frankfurt zu kaufen.
"Mittelalter" fehlt
Was den Naturfreunden neben dem Fluglärm zu schaffen macht, ist die geringe Anzahl von Mitgliedern zwischen 20 und 40 Jahren. "An Kindern und engagierten Jugendlichen herrscht kein Mangel, alte Mitglieder halten der Ortsgruppe seit Jahrzehnten die Treue", erklärt Dämkes. Doch es fehlten Menschen jener Altersklasse, die einmal die Geschicke des Vereins führen sollen.



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