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Er will OB werden, weil er den Job braucht
Der Satiriker Oliver Maria Schmitt geht in seinem Wahlkampf gegen Nichtraucher und Offenbach vor
Den Preis für die originellste Wahlwerbung dürfte der OB-Kandidat Oliver Maria Schmitt ("Die Partei") bereits sicher haben. "Ich brauch den Job" steht auf den Plakaten des Satirikers, der sich außerdem für ein nichtraucherfreies Frankfurt und die Eingemeindung Offenbachs einsetzt.
Frankfurt. ![]()
Setzt Rauchzeichen: OB-Kandidat Schmitt. Foto: kamEr hat‘s im Guten versucht. Hat von seiner Forderung Abstand genommen, eine Mauer mit Wassergraben zwischen Frankfurt und Offenbach zu errichten. Doch es hat nichts geholfen. Die Provokationen aus der Nachbarstadt hören nicht auf. Jetzt sollen sogar 150 Frankfurter wegen einer Änderung der Stadtgrenze Offenbacher werden, zitierte Oliver Maria Schmitt aus der FNP. "Das ist ein Skandal", sagte der frühere Titanic-Chefredakteur gestern bei der Vorstellung seiner Wahlkampf-Kampagne. "Seit 5.45 Uhr wird jetzt zurückprovoziert." Die Stadtpolizei will Schmitt allerdings nicht nach Offenbach schicken, er setzt auf Mahnwachen.
Ob die nachbarschaftlichen Beziehungen aber auf Dauer friedlich bleiben, lässt er offen. Das Wahlplakat "Zukunft gestalten", das ihn mit einer Bombe in der Hand zeigt, will er bewusst auf Offenbach bezogen wissen.
Hinter dem Plakat "Rauchzeichen! Für ein nichtraucherfreies Frankfurt" steht ein komplettes drogenpolitisches Programm. Schmitt will Zigaretten auf Schulhöfen verteilen und auch den Zugang zu anderen Drogen erleichtern. Außer Apfelwein. Der soll teurer werden.
Ansonsten aber haben die Wähler von einem Oberbürgermeister Schmitt nichts zu befürchten. "Keine Experimente" lautet einer seiner Wahlkampf-Slogans. "Ich werde mich vor allem durch Untätigkeit hervortun", verspricht er. "Denn wer nichts tut, macht auch keine Fehler." Und eigentlich gibt es nur einen Grund, warum Schmitt OB werden will: "Ich brauch den Job – das ist eine klare emotionale Botschaft."
Kandidat zu buchen
Und so ist es kein Wunder, dass der OB-Kandidat käuflich ist. Am 11. Februar kann man ihn abends für eine halbe Stunde für eine private Party buchen. Schmitt bringt Bier mit, erwartet dann aber auch, dass die Spendenbüchse ordentlich gefüllt wird. Die Zuwendungen von Schmitts "reichen Freunden aus dem Türdrückerbusiness" finanzieren allein offenbar nicht den Wahlkampf.
Dass er mit dem CDU-Kandidaten Boris Rhein verwechselt wird, darunter leidet Schmitt. Aber er will aus der Ähnlichkeit einen Trumpf machen, im Wahlkampf undercover als Boris Rhein auftreten und den "Abscheu in den Gesichtern der Wähler" beobachten.
Im Grund könnte sich Schmitt den ganzen Aufwand sparen. Denn er ist überzeugt, dass er ohnehin gewinnt. In einer Online-Umfrage hat der Hessische Rundfunk eine satte Mehrheit von 88 Prozent für ihn ermittelt. Die Abstimmung am 11. März sei gar nicht mehr nötig. "Papierwahlen sind ohnehin nicht mehr zeitgemäß", meint er. "Denn da nehmen Leute teil, die nichts davon verstehen. Deshalb werden wir von der CDU regiert."
Wulff als Vorbild
Nach seinem Wahlsieg will Schmitt Freunde und Verwandte in gut dotierte Ämter hieven. "Ohne ein Netz von Vetternwirtschaft geht es nicht", sagt er. "Das weiß auch Petra Roth." Demnächst will Schmitt ein Buch veröffentlichen. Titel: "Mein Wahlkampf". Finanziert werden soll es – wie bei Christian Wulff – mit Spenden aus der Wirtschaft. Ohne das Wissen des Autors natürlich . . .mu



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