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Es bewegt sich was im Mensastreit
Nach Protesten strebt die Stadt eine gemeinsame Lösung mit dem alten und neuen Pächter an
Heute hätten die Ziehenschüler eigentlich ihren Neubau eingeweiht und ein erstes Menü in der neuen Mensa zu sich genommen. Die Stadt hat den Termin aber auf Mitte Dezember verschoben, weil noch nicht klar ist, wie es mit dem alten Betreiberteam weitergeht.
Eschersheim. ![]()
Bis eine Entscheidung gefällt ist, führt die bisherige Betreiberin Abass Ajaz Tondrou, die Mensa weiter. Foto: Weis Es wäre eine schöne Feier geworden, mit der die Ziehenschüler ihren Neubau heute eingeweiht hätten: Musikstücke waren geplant, Luftballons, der Unterricht wäre ausgefallen. Und auch Bürgermeisterin Jutta Ebeling und Architekt Marcus Schmitt, der den Komplex entworfen hat, wären zu Wort gekommen. Nun werden die Schüler die Räume zunächst ohne großes Tamtam beziehen.
Das Stadtschulamt hat die offizielle Einweihungsfeier auf den 13. Dezember verschoben. Grund: Die immer noch ungeklärte Frage, wie es mit der Mensa weitergehen soll. Den offiziellen Zuschlag hat die Service GmbH des Arbeiter-Samariter-Bundes Hessen (ASB) bekommen. Schüler, Lehrer und Eltern beharren aber auf das kleine Team um die jetzige Betreiberin Abass Ajaz Tondrou (wir berichteten).
"Bei solch einer Eröffnung – vor allem, wenn es um ein so schönes Gebäude geht – sollen sich doch alle freuen. Momentan ist die Stimmung an der Schule aber eher getrübt", erläutert Martin Müller-Bialon, Referent von Bildungedezernentin Ebeling. "Wir haben bemerkt, dass die Diskussion um die Pachtvergabe eine emotionale Dimension erreicht."
Eltern protestierten
Das kann vor allem der Schulelternbeirat bestätigen. Ende September schrieb das Gremium einen offenen Brief an das Stadtschulamt, die Parteien im Römer und Ortsbeirat und machte seiner Empörung über die Entscheidung Luft, einen Großcaterer für die neue Mensa zu verpflichten – gegen den Willen der Schulgemeinde. Tondrous "Internationale Schulkantine" habe sich mit ausgewogenen Mahlzeiten aus Bio-Anbau bewährt. Ein großer Anbieter wie der ASB, so fürchtete man, würde nur Fertigkost anbieten.
Die Stadt blieb hart. Man müsse den Pachtvertrag öffentlich ausschreiben und könne ihn nicht intern weiterlaufen lassen, hieß es. Das ließen Schüler, Eltern und Lehrer nicht so stehen. Sie sammelten über 1000 Unterschriften und überreichten sie im Stadtschulamt Vertretern der Amtsleitung. Auch bei der Eröffnungsfeier, die ursprünglich für heute angesetzt war, hätten sie ihrer Enttäuschung über die Entscheidung Luft gemacht. Dazu kam es nun zwar nicht. Dennoch scheint der Aufschrei nicht ungehört verhallt zu sein. "Anscheinend war die bisherige Pächterin und ihr Team in der Ziehenschule sehr beliebt", stellt Müller-Bialon fest. "Deswegen laufen momentan Gespräche zwischen Stadtschulamt, ASB und Vertretern der Schule, wie man die Situation zum Wohle aller lösen kann."
Annäherung ist möglich
Um diese Zeit zu nutzen, hat sich der ASB bereit erklärt, die neue Aufgabe erst im Januar 2012 anzutreten. Bis dahin wird Tondrou die Kantine weiterführen – in den alten Räumen. Aber es gibt einen Lichtblick, verrät Müller-Bialon: "Wir versuchen im Moment mit allen Beteiligten zu klären, wie man mit dem jetzigen Team den Übergang bis zu Eröffnung der neuen Mensa gestalten kann." Eventuell bestehe sogar die Möglichkeit, Tondrou und ihre Mitarbeiter der "Internationalen Schulkantine" in den neuen Pachtvertrag einzugliedern. Aber das sei noch lange nicht klar, betont der Sprecher. "Wir tun alles, um das Problem zu lösen. Schließlich wollen wir nicht als die Bösen dastehen."jro



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