Fassadenteil stürzt neben Gehweg

Glücklicherweise löste sich das Stück aus dem Hauptgebäude des Klinikums Höchst nachts, so dass niemand zu Schaden kam

Das Klinikum Höchst ist nur knapp an einem Unglück vorbei geschrammt. Aus 40 Metern Höhe stürzte eine Fassadenplatte in die Tiefe – zum Glück nachts. Doch nun drohen sich weitere Platten zu lösen.

Von Florian Günther

Höchst. Um die Stelle, aus der sich das Fassadenteil in rund 40 Metern Höhe gelöst hatte, untersuchen zu können, ist die Werksfeuerwehr von Infraserv zum Klinikum geeilt. Fotos: Reuß / Schmidt / hk Das hätte böse enden können. Doch glücklicherweise stürzte die Fassadenplatte am Höchster Klinikum in der Nacht von Samstag auf Sonntag und nicht tagsüber 40 Meter in die Tiefe – direkt auf die Grünfläche neben dem Gehweg zur Notaufnahme. Das etwa 50 mal 100 Zentimeter große und zwei Zentimeter dicke Fassadenteil hatte sich aus der Wand des Hauptgebäudes des Klinikums gelöst.

Als Folge war gestern der Weg zwischen Haupteingang und dem Eingang der Notaufnahme gesperrt. Dies führte auch dazu, dass Fußgänger auf dem Weg zur Notaufnahme weite Umwege quer durch das Hauptgebäude in Kauf nehmen mussten. Beunruhigte Patienten meldeten sich immer wieder bei der Klinikleitung.

Tödliche Gefahr

"Es war das erste Mal, dass sich ein Teil der Fassade löste", sagt Klinik-Sprecherin Petra Fleischer. Nur weil sich nachts um 1 Uhr nur selten Patienten, Ärzte oder Besucher auf dem Gelände des Klinikums aufhalten, wurde niemand gefährdet. Denn dieser Einschlag hätte tödlich ausgehen können.

Die Geschäftsführung ist daher alarmiert und macht sich Sorgen, um den Zustand des Hauses und die Sicherheit der Patienten, Besucher und Ärzte. Ursache für den Vorfall sei wohl der starke Sturm, der Samstagnacht gegen die Windseite des Gebäudekomplexes A auf der westlichen Seite fegte, meinte Fleischer. Die Feuerwehr konnte aber auf Nachfrage keine weiteren Schäden dieses Sturms in Frankfurt melden.

Das Fassadenstück hatte sich auf der Westseite des Hochhauses auf Höhe des elften Stockwerkes gelöst und wurde mehrere Meter in Richtung Notaufnahme geweht. Untersuchungen zu dem Vorfall konnten erst gestern Mittag durchgeführt werden. Dabei inspizierte ein Team aus Gutachtern der Technischen Abteilung des Klinikums und Vertretern der Geschäftsführung die Unfallstelle und weitere, möglicherweise gefährdete Stellen rund um das Haus.

Werksfeuerwehr hilft

Um die Inspektion direkt an der Unfallstelle, in rund 40 Metern Höhe durchzuführen, war das Klinikum Höchst auf die Hilfe der Werksfeuerwehr von Infraserv angewiesen. Die Einsatzabteilung aus dem Industriepark verfügt über einen Hubsteiger, der mit einer bis zu 47 Meter langen, ausfahrbaren Leiter ausgestattet ist. Somit gelangten die Gutachter direkt an die Unfallstelle. "Die Frankfurter Berufsfeuerwehr hätte mit ihren Fahrzeugen wohl nicht an die Stelle des Unfalls herankommen können", sagt Infraserv-Sprecher Michael Müller.

Bei der Untersuchung stellten die Experten fest, dass sich bereits weitere Platten an dem Gebäude, das nach dem Bau des neuen Klinikgebäudes abgerissen werden soll, gelockert haben. Diese sind beschädigt und könnten ebenfalls in die Tiefe stürzen. Ein Vorfall wie in der Nacht zum Sonntag könnte sich also jederzeit wiederholen.

Tunnel wird errichtet

Am späten Nachmittag wurde daher entschieden, dass der Weg weiterhin weiträumig abgesperrt bleibt. "Im Laufe der nächsten Tage soll ein Versuch unternommen werden, die lockeren Platten zu fixieren und die beschädigten auszutauschen", berichtet Petra Fleischer. Darüber hinaus soll vorerst ein sogenannter "Fliegender Tunnel" errichtet werden. Dieses Stahlgerüst, dessen Dach zusätzlich mit Holz verkleidet wird, soll die Patienten und Mitarbeiter des Klinikums vor eventuell weiteren herabstürzenden Teilen schützen. Damit gewährleistet es den Betrieb und die Versorgung der Klinik und vor allem ihrer Notaufnahme.

Die Bau und Sanierungsarbeiten sollen wohl die gesamte Woche andauern. Bis nächste Woche will man die Schäden bearbeitet und beseitigt haben. "Wie sich die Lage weiterentwickelt, muss man in den kommenden Tage sehen", antwortet Klinik-Sprecherin Fleischer auf die Frage, ob die Maßnahmen ausreichen werden.

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