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Fassenachter werfen Footballer raus
Bundesligist Universe darf nach 20 Jahren erstmals nicht am großen Umzug durch Frankfurt teilnehmen
Die Fassenacht ist eine ernste Sache. Das muss jetzt der Football-Zweitligist AFC Frankfurt Universe erleben, der vom Umzug am Fastnachtssonntag ausgeschlossen wurde. Seit 1992 – 20 Jahre – war der Verein immer dabei.
Frankfurt. ![]()
Da war noch alles gut: Universe-Cheerleader beim Fastnachtsumzug durch Frankfurt.Die Universe-Footballer haben es sportlich bis in die zweitoberste Liga geschafft. Was jetzt über die Bühne geht, hat aber allenfalls Kreisklassenniveau. Seit Wochen kämpft der Verein – bisher erfolglos – um einen neuen Spielort (wir berichteten). Das Problem war natürlich auch vorherrschendes Thema bei der jüngsten Mitgliederversammlung. Von Teilnehmern dieses Treffens hat der Große Rat der Frankfurter Fastnachtsvereine eigenen Angaben zufolge erfahren, dass Universe beim Fastnachtsumzug am 19. Februar gegen diesen Missstand protestieren wolle. Dem hat Zugmarschall Lothar Kilian einen Riegel vorgeschoben und die Teilnahme des Vereins am Umzug "abgelehnt".
Altgediente Fassenachter wundern sich über diese Entscheidung, ist es doch im Karneval allgemein üblich, Missstände in witziger und ironischer Form anzuprangern. "Das tun wir ja selbst mit unseren eigenen Wagen", sagt Kilian. "Aber wir wurden darüber informiert, dass die Footballer bei diesem Zug am Römer mit Plakaten usw. demonstrieren wollten. Das geht zu weit."
Universe-Vorstand Dirk Arnold "ist vom Ausschluss, dem Einsatz von Informanten und den vorgeschobenen Gründen des Ausschlusses sehr enttäuscht" – und verwundert: "Dass man die Fastnacht nutzt, um mit einem dem Brauchtum entsprechenden, satirischen Fingerzeig auf Situationen aus Politik, Gesellschaft oder Sport hinzuweisen, hat, sieht man sich Motivwagen der Vergangenheit an, nie zum Ausschluss geführt."
Arnold macht deutlich: "Ausschließlich der Universe-Vorstand bestimmt das Auftreten, die Aussagen und die Gestaltung der Zugnummer, und mit uns hat niemand vom Großen Rat gesprochen." Eine Demonstration auf dem Römer oder der Ehrentribüne sei "nie geplant" gewesen. "Umso mehr aber freuen wir uns, dass wir nach wie vor am Fastnachtsumzug in Klaa Paris am Fastnachtsdienstag teilnehmen können."
Zugmarschall Kilian sagte gestern, Universe habe in den vergangenen Jahren den Zug dazu benutzt, für sich selbst mit Flyern etc. massiv Werbung zu machen. Daher sei der Verein in den vergangenen Jahren nur unter Vorbehalt dabei gewesen. Jetzt sei das Maß voll. Universe-Sprecher Michael Wiegand: "Nach 20 Jahren kommt eine feste Tradition der Frankfurter Fastnacht zu einem fragwürdigen Ende." wa



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