Frankfurt hilft Japan beim Aufbau

Magistrat stellt 250 000 Euro bereit

Mit 250 000 Euro will die Stadt Frankfurt die bei einem Erdbeben schwer zerstörte japanische Stadt Sendai unterstützen. Die zukünftige Partnerstadt Yokohama soll über die Verwendung der Katastrophenhilfe entscheiden.

Frankfurt. Der Deutsche Städtetag hat dazu aufgerufen, beim Wiederaufbau der bei dem Beben am 11. März schwer zerstörten japanischen Städte zu helfen. Da wollte Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) mit gutem Beispiel vorangehen. 250 000 Euro hat der Magistrat zur Verfügung gestellt. Eine Zustimmung des Stadtparlaments gilt als sicher. Nicht nur die schwarz-grüne Koalition wird das Projekt tragen, sondern auch die oppositionelle SPD.

Die Verbindungen der Stadt Frankfurt am Main mit Japan sind kulturell und wirtschaftlich von großer Bedeutung. Zahlreiche japanische Institutionen, Vereine und Unternehmen sind hier ansässig, so das japanische Generalkonsulat, die Deutsch-Japanische Gesellschaft, die Japanische Internationale Schule und andere. Ein Ausdruck der guten Beziehungen ist auch die Tatsache, dass Japan im Jubiläumsjahr der 150-jährigen deutsch-japanischen Beziehungen unter den deutschen Großstädten Frankfurt als Veranstaltungsort für die "Japanweek 2011" vom 5. bis 12. November gewählt hat. Etwa 2700 Japaner leben in Frankfurt, die meisten in den Stadtteilen Hausen und Praunheim.

Anfang Oktober besuchte die Oberbürgermeisterin mit einer Delegation Yokohama. Damals wurde auch eine Absichtserklärung unterzeichnet, wonach Yokohama die 15. Partnerstadt Frankfurts werden soll. Während der Japan-Woche soll die Partnerschaftsurkunde unterzeichnet werden. Auf vier Kontinenten hat Frankfurt Partnerstädte. Allein eine australische Stadt fehlt.

Die Verteilung der Frankfurter Hilfsgelder soll Yokohama koordinieren. Die Stadt mit 8,5 Millionen Einwohner hat innerhalb Japans die Patenschaft für Sendai übernommen. "Yokohama wird uns ein Projekt übermitteln, das mit dem Geld aus Frankfurt verwirklicht wird", sagte gestern Matthias Arning, Referent der Oberbürgermeisterin. "Ob es der Aufbau einer Schule wird oder etwas anderes, wissen wir noch nicht."

Das Ausmaß der Schäden in Sendai wird auf insgesamt 6,5 Milliarden Euro beziffert, davon entfallen allein rund drei Milliarden Euro auf den Wiederaufbau der öffentlichen Infrastruktur. Dazu zählen u.a. elementare Strukturen wie Wasserversorgung, U-Bahn-Linien, Müllverbrennung und die Rekonstruktion von öffentlichen Gebäuden, wie Schulen und anderes. Sendai ist mit rund einer Million Einwohnern der Verwaltungssitz der japanischen Präfektur Miyagi und die größte Stadt in der Region Tohoku.

Am 11. März ereignete sich in Nordost-Japan das bisher schwerste Erdbeben in der Geschichte des Landes. Die damit verbundene Tsunami-Welle verursachte verheerende Verwüstungen und forderte über 20 000 Todesopfer.tre

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