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Frustrierte Fluglärmgegner genervt von der Politik
Frankfurt. Am Ende zogen die fluglärmgeplagten Bürger frustriert ab. Auch der Planungsausschuss des Stadtparlaments konnte ihnen nicht helfen. Dabei hatte der seine gestrige Sitzung eigens in den Brennpunkt des Fluglärms verlegt, in die Martin-Buber-Schule am Sachsenhäuser Berg. Die Stadtverordneten wollten sich selbst ein Bild davon machen, wie schlimm der Fluglärm nach Eröffnung der neuen Landebahn wirklich ist.
Im Minutentakt schweben die Maschinen über der Schule auf denn Flughafen zu. Das pfeifende Geräusch ist im Klassenzimmer im ersten Stock auch bei geschlossenen Fenstern zu hören. Ungewöhnlich laut kommt es den meisten Politikern aber nicht vor. "Das ist der Vorführeffekt", sagt Lothar Stapf (CDU). "Die dichte Bewölkung dämpft die Geräusche." Lehrerin Sabine Hayartz öffnet die Tür zum kleinen Balkon, der Fluglärm ist nun lauter zu vernehmen. "Im Sommer müssen wir die Fenster aufmachen, sonst ist es ja nicht auszuhalten", sagt sie. Schon heute aber könnten sich die Kinder – sie unterrichtet eine zweite und eine dritte Klasse – wegen des Lärms nur noch schlecht konzentrieren.
Mit der Schulleiterin und Elternvertretern diskutierten die Stadtverordneten, was zu tun sei. "Es war ein sehr konstruktives Gespräch", resümiert Jan Schneider (CDU). "Wir waren uns einig, dass die Stadt Verantwortung für die öffentlichen Einrichtungen übernehmen muss." Experten müssen jetzt nach baulichen Lösungen für das Lärmproblem suchen. Für Kopfschütteln bei seinen Kollegen sorgte Hans-Günter Müller (Freie Wähler) mit seinem Vorschlag, wegen der Lärmbelastung sämtliche Schulen und Kindergärten samt Außenflächen im Frankfurter Süden einzuhausen.
In der Bürgerrunde der anschließenden Ausschuss-Sitzung ging es nicht nur um die Schule, sondern um die Zukunft der südlichen Stadtteile. Die Stilllegung der Landebahn wurde gefordert, und ein Bürger regte an, den gesamten Frankfurter Süden in ein Industriegebiet zu verwandeln – und die Bewohner umzusiedeln. Von den Reaktionen der Stadtverordneten waren die Bürger enttäuscht. Martin Kliehm (Piratenpartei) brachte es auf den Punkt: "Sie hören von uns keine Lösungen, weil es keine Lösungen gibt." mu



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