Großmarkt wäre der Tod der Offenbacher

In die Diskussion über den geplanten Supermarkt schaltet sich jetzt auch der Bürgerverein ein

Dass Oberrad einen Discounter braucht ist Konsens, über dessen Dimensionen wird jedoch gestritten. Nun schaltet sich auch der Bürgerverein ein.

Oberrad. Auf diesem Areal könnte der Supermarkt gebaut werden. Foto: Martin WeisSeit der Penny-Markt im Jahr 2007 geschlossen hat, besteht die Oberräder Nahversorgung aus einer Rewe-Filiale, einem Profi-Getränkemarkt und einigen kleinen Bäcker- und Metzgerfilialen. Was dem Stadtteil fehlt, ist ein Supermarkt. Soweit herrscht Einigkeit. Nachdem sich der Ortsbeirat nicht auf die Größe des Discounters einigen konnte und Gewerbevereinsvorsitzender Hermann Schöninger im FNP-Interview eine maximale Fläche von 800 Quadratmeter gefordert hat, meldet sich nun auch Bürgervereinschef Horst Nopens zu Wort: "Ein Großmarkt würde den Tod der Offenbacher Landstraße in Oberrad bedeuten. Bereits jetzt ist die Offenbacher nicht nur für Oberrad, sondern auch für die Stadt Frankfurt ein Schandfleck. Den Damen und Herren im Römer scheint das absolut gleichgültig zu sein", sagt der engagierte Oberräder.

Auf Innenstadt fixiert

Natürlich sei das Gewerbesteueraufkommen in Oberrad gering und "deshalb hätte man im Römer nichts dagegen, wenn ein Großmarkt, vergleichbar mit den Großmärkten im Riederwald und in Rödelheim, diese Bilanz aufbessern würde." Das Hauptaugenmerk der Stadt Frankfurt läge auf der Innenstadt. "Hier wird an allen Punkten investiert, es wird alles getan, um Niederlassungen der großen Geschäftshäuser in die Stadt zu bekommen. Man möchte mit den ganz Großen in der Welt sich messen können", kritisiert Nopens. Dabei vergesse man die Stadtteile. Diese verkommen zu reinen Wohnzentren ohne urbanem Leben. Die Menschen sollten dort lediglich zu wohnen, jedoch arbeiten, Geld ausgeben und leben in der Stadt. "Oberrad ist ein gutes Beispiel für diesen Trend. Geschäfte von Kleingewerblern sind von diesen aufgegeben worden und das nicht nur aus Altersgründen, sondern wegen Umsatzeinbußen." Die Geschäftsräume stehen leer, weil sich keine Nachmieter finden oder es machen sich Spiel- und Wetteinrichtungen breit. Käme zu diesem negativen Zustand der Offenbacher Landstraße noch ein Großmarkt hinzu, dann ginge es auch noch für einige der verbliebenen Einzelhändler um ihre Existenz.

Mehr Verkehr

Ein Großmarkt würde nicht auf die Oberräder zielen, sondern es wären Kunden aus Frankfurts Umgebung, Offenbach, den Kreises Offenbach, Hanau und Groß Gerau. "Bevor die Stadtverwaltung im Römer sich mit der Planung eines solchen Vorhabens beschäftigt, sollten die Bürger dieses Stadtteils befragt werden", fordert Nopens. "Die Verwaltung einer Stadt, also auch die Römerverwaltung, ist für ihre Bürger da und nicht umgekehrt", so der Bürgervereinschef.red

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