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Hickhack um Zickzack-Linien
Schlechter Scherz: Unbekannte pinseln Parkverbot auf die Gutleutstraße
Unbekannte haben in der Gutleutstraße Parkverbotsstreifen auf die Fahrbahn markiert. Trotz mehrfacher Hinweise eines Anwohners hat das Amt bislang aber noch nicht reagiert.
Von Benni Kilb
Gutleutviertel. ![]()
Unbekannte haben in der Gutleutstraße ein Parkverbot aufgepinselt. Hans-Dieter Schild ist sauer. Anfang Dezember hat er das Verkehrsamt informiert, die markierte Fläche ist immer noch nicht entfernt. Foto: Martin Weis Gabriele Dehmer vermutet, dass der Vorgang noch auf dem Stapel unerledigter Sachen liegt. Und der ist groß. Der Leiterin des Amtes für Straßenbau und Erschließung jedenfalls sagt der mysteriöse Fall, bei dem es sich offenbar um einen schlechten Scherz handelt, nichts. Auf 15 Meter haben Unbekannte in der Gutleutstraße Parkverbotsstreifen auf die Fahrbahn gepinselt. Die Markierung verwirrt seit Anfang Dezember Anwohner und hält sie vom Parken ab. Trotz der Hinweise eines Anwohners wurde bislang noch nicht darauf reagiert.
Am Montag schickt Dehmer nun einen Mitarbeiter vorbei, um die Sache zu begutachten. Auslöser war wohl der Anruf dieser Zeitung. Ob wegen unerlaubten Eingriffs in die Straßenverkehrsordnung Anzeige gegen Unbekannt gestellt wird, soll Dehmers Angaben zufolge die Rechtsabteilung der Behörde klären.
Amt ist schwerfällig
Hans-Dieter Schild (72) ist das grundsätzlich egal. Ihn interessiert nur, dass die Markierung endlich beseitigt wird. Inzwischen ist er nämlich richtig sauer über die "Schwerfälligkeit der Ämter". "Vom Bürger wird gefordert, alle Termine einzuhalten. Wie kann es dann angehen, dass sich der Bürger um die Versäumnisse der Ämter kümmern muss", fragt sich der Bewohner der Wurzelsiedlung. Er hat die Markierung bemerkt und beim Straßenverkehrsamt gemeldet. Das war Anfang Dezember.
Als Schild die Zickzack-Linien auf der Straße sah, wusste er sofort, dass etwas faul war. Er konnte sich nämlich nicht vorstellen, dass von den zehn Anwohnerparkplätzen auf diesem Abschnitt der Gutleustraße plötzlich drei überflüssig sein sollten. Das kam ihm spanisch vor. "Niemand traute sich mehr, auf der Fläche seinen Wagen abzustellen – aus Angst, einen Strafzettel zu bekommen", sagt er.
Drei Mal angerufen
Bei genauerem Hinschauen bemerkte er, dass es sich bei den Linien um Fälschungen handeln musste. Denn im Gegensatz zum Original sind die Linien in der Gutleutstraße viel kürzer – anstatt zweieinhalb Schritte nicht mal zwei Schritte. Schild fragte beim Straßenverkehrsamt nach. "Man sagte mir, dass das Amt die Markierungen nicht in Auftrag gegeben habe und man sie beseitigen lassen werde." Als nichts geschah, meldete er sich erneut. Er telefonierte mit derselben Mitarbeiterin. "Sie war sehr bemüht und versicherte, die Sache weitergeleitet zu haben." Vergangenen Mittwoch schließlich wurde er erneut vorstellig. "Wieder bestätigte mir die Mitarbeiterin, die zuständige Abteilung kontaktiert zu haben. Wieder ist nichts geschehen."
Wären mehr Stadtpolizisten in der Gutleutstraße unterwegs, hätte die Stadt vielleicht schon reagiert, meint Schild. Auch die Polizei hätte auf ihren regelmäßigen Fahrten etwas bemerken müssen, schließlich sei die Eigenartigkeit der Streifen offensichtlich.
Wie Ulrich Schöttler, Leiter des Straßenverkehrsamtes, mitteilt, hat die Stadtpolizei Kenntnis von den illegalen Streifen. "Sollte dennoch einer der Anwohner einen Strafzettel bekommen, wenn er auf den illegalen Parkverbotstreifen parkt, braucht er sich keine Sorgen machen. Wir erklären den Strafzettel dann rückwirkend für ungültig", versichert der Amtsleiter.
Großer Aufwand
Gabriele Dehmer versprach, am kommenden Montag einen Mitarbeiter des zuständigen Baubezirks West in die Gutleutstraße zu schicken. Dieser werde prüfen, mit welchem Material die illegalen Parkverbotsstreifen aufgetragen wurden. Ist es professionell aufgebrannt worden, müssten die Streifen wahrscheinlich mit einer Straßenfräse beseitigt werden. Diese Prozedur bedeute jedoch einen riesengroßen Aufwand. In diesem Fall ließe sich allerdings nicht sagen, wie schnell die Parkstreifen entfernt werden können. Handele es sich hingegen um Fassadenfarbe, könnten diese schnell mit schwarzer Farbe übermalt werden.bki



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