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Janina überwacht Wahlen weltweit
Tourismus-Fachfrau arbeitet als OSZE-Beobachterin
Ein eisiger Wind peitscht derzeit durch Frankfurt und treibt einem die Tränen in die Augen. So mancher stöhnt über die ungewohnten Minusgrade. Eine Frankfurterin aber lassen Temperaturen von über minus zehn Grad unbeeindruckt.
Frankfurt. ![]()
Janina Steinkrüger in Kasachstan Foto: privatJanina Steinkrüger. Sie musste in diesem Jahr schon ganz anderes aushalten. "In Kasachstan werden es auch mal minus dreißig Grad", erzählt sie.
Im Berufsleben kümmert sich die resolute Frau um die Vermarktung Frankfurts – als Referntin bei der TCF. Was aber treibt sie mitten im Januar ins äußerste Osteuropa? Ein ganz besonderes "Hobby". Steinkrüger ist Wahlkampfbeobachterin. Daher verbringt sie gut ein Drittel ihres Jahresurlaubs im Ausland, um für die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) eine Einschätzung abzugeben, wie fair und demokratisch die Wahlen ablaufen. So auch bei den Parlamentswahlen in Kasachstan.
"Während meines Studiums über Osteuropäische Geschichte habe ich jemanden kennengelernt, der OSZE-Wahlkampfbeobachter war", erzählt Steinkrüger. Schon damals sei die Idee entstanden, ebenfalls diesen Weg einzuschlagen. "Außenpolitik hat mich schon immer sehr interessiert", ergänzt sie. 2010 hat Steinkrüger ihre Jugendträume dann in die Tat umgesetzt. Dazu musste sie ein dreitägiges Seminar in Berlin durchlaufen. Kein Problem, schließlich bringt die Frankfurterin alle Voraussetzungen mit. Nicht nur das politische Interesse. "Ich spreche Englisch, Französisch, Portugiesisch und ein bisschen Russisch", sagt sie.
Praktischerweise wird bei der OSZE alles auf Englisch abgewickelt. Denn für ihren ersten Einsatz, den Präsidentenwahlen in Weißrussland 2010, hätte ihr keine dieser Sprachen weitergeholfen. "Weißrussisch hat nicht viel mit Russisch zu tun", so Steinkrüger. Aber nicht nur sprachlich, auch kulturell betrat sie hier Neuland. "Wir wurden immer sehr nett empfangen und morgens zum Kaffee eingeladen. Da steht dann allerdings auch schon um zehn Uhr die Flasche Wodka auf dem Tisch", erinnert sich die OSZE-Mitarbeiterin. Trotz des gutgemeinten Angebots blieben die Wahlkampfbeobachter natürlich nüchtern. Schließlich haben sie eine wichtige Aufgabe. "Am Tag vor den Wahlen bekommt wir eine Anleitung, auf was wir achten müssen. Alle Beobachtungen werden dann gesammelt und nach den Wahlen bei einer Pressekonferenz präsentiert", beschreibt Steinkrüger ihre Tätigkeit.
Was genau sie bei den Wahlen in Weißrussland oder Kasachstan mitbekommen hat, kann sie leider nicht verraten. Nur Beobachtungen außerhalb der Wahllokale. Da gab es amüsante und auch bewegende. "In Weißrussland gibt es ein Skigebiet, auf das alle wahnsinnig stolz sind. Die Hügel sind vielleicht 200 Meter hoch. Bei uns würde das als Baby-Hang durchgehen." Nachdenklich dagegen stimmen Gedenkstätten für Opfer des zweiten Weltkriegs. "Hier wurden teilweise ganze Dörfer niedergebrannt. Dabei blieben nur Teile der Schornsteine übrig. Diese wurde symbolisch wieder aufgebaut", erzählt Steinkrüger.
Doch trotz der deutschen Vergangenheit erfuhr die Wahlkampfbeobachterin nie Ablehnung. Sie erinnert sich: "In Kasachstan wurden wir besonders herzlich empfangen. Als sie erfuhren, dass eine Deutsche dabei ist, haben Kinder in deutschen Trachten – oder eben dem, was sie dafür hielten – Volkstänze aufgeführt."
Solche Erfahrungen sind wohl mehr wert als jede Bezahlung. Denn Geld oder extra Urlaubstage gibt es nicht. "Aber ich bin sehr froh, dass mein Arbeitgeber mich unterstützt und ich immer spontan Urlaub nehmen kann", sagt die OSZE-Powerfrau.wch



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