Kiosk darf nicht verschwinden

Bockenheimer wollen ihr Wasserhäuschen auf dem Kurfürstenplatz behalten

Die Trinkhalle von Dimitrios "Dimi" Xanthopoulos auf dem Kurfürstenplatz ist ein beliebter Treffpunkt. 2014 läuft der Pachtvertrag aus, doch die Nachbarn wollen sich auch danach noch hier treffen.

Kioskpächter Dimitrios Xanthopoulos macht sich Sorgen um seine Zukunft. Sein Vertrag läuft zwar noch bis 2014, doch er hat Angst dass das Wasserhäuschen auf dem Kurfürstenplatz im Zuge der Neugestaltung des Platzes verschwinden könnte. Bruder Antonis Ladas (li.) hilft im Kiosk. Foto: B. Kilb Bockenheim. Bei Dimitrios "Dimi" Xanthopoulos trinkt man sein Feierabendbier, tauscht sich aus, kann von den eigenen Sorgen und Nöten erzählen. Auch wacht er über die Nachbarschaft, alarmierte einst sogar die Kripo, nachdem eine Stammkundin zu Hause überfallen wurde. Das Wasserhäuschen auf dem Kurfürstenplatz ist für viele Bockenheimer nicht mehr wegzudenken. Die Stadt plant derzeit die Neugestaltung des Platzes. Aus Sicht zweier Behörden verunstaltet die Trinkhalle das Areal und soll verschwinden, obwohl es die Stadtverordneten anders entschieden.

Auch Peter Hofacker, Pfarrer der am Kurfürstenplatz beheimateten St. Elisabethengemeinde möchte das Wasserhäuschen nicht missen. Dass das Liegenschaftsamt vergangenen Sommer das Dixie-Klo hinter der Trinkhalle entfernen ließ, weil es den Platz verschandele, heißt der Pfarrer nicht für gut. "Seitdem mussten wir erleben, wie Menschen im Kirchenvorraum oder an der Kirchenwand ihr kleines Geschäft erledigten", ärgert sich Hofacker. Deshalb wünscht er sich das Dixie-Klo zurück.

Kein Bedarf für WC

Nach Angaben von Alfred Gangel, Leiter des Liegenschaftsamtes, sei ermittelt worden, dass rund um den Kurfürstenplatz kein Bedarf an öffentlichen Toiletten bestehe. Der Amtsleiter verweist auf die WC im nahe gelegenen Westbahnhof und in der U-Bahn-Station Leipziger Straße. Wie Gangel im Gespräch mit dieser Zeitung ausführt, sei der Abriss der Trinkhalle beschlossene Sache: "Es geht nur darum, wann das Grünflächenamt mit der Umsetzung beginnt."

Allerdings scheinen die beiden Behörden entgegen eines Beschlusses der Stadtverordnetenversammlung zu planen. Denn die sprach sich vor fast zwei Jahren für den Erhalt des Wasserhäuschens auf dem Kurfürstenplatz aus, in dem heute die Trinkhalle betrieben wird. Zuvor hatten bereits alle Fraktionen im Ortsbeirat 2 (Bockenheim, Kuhwald, Westend) einstimmig den Erhalt der Trinkhalle befürwortet. Andrea Lehr, die für die Grünen in der Stadtverordnetenversammlung und im Ortsbeirat 2 sitzt, bestätigt das. Ihren Angaben zufolge ist sicher, dass "Dimi" die Trinkhalle betreiben darf, bis 2014 der Vertrag mit der Radeberger-Gruppe ausläuft.

Dass Xanthopoulos bis zum Sommer 2011 das Dixie-Klo auf eigene Kosten betrieb und es reinigte, rechnen ihm die Nachbarn hoch an. Der Kioskpächter sorgt auch rund um seine Trinkhalle für Ordnung, wenn es die Stadt nicht tut. Barbara Mönich von der "Initiative Zukunft Bockenheim" sagt, dass viele ältere Damen sich abends nur zum Einkaufen trauten, weil sie wüssten, dass Xanthopoulos und seine Stammkunden darauf achten, was rund um den Kurfürstenplatz vor sich geht.

Kinder kaufen ein

Auch die Stammkunden Robert Kehle und Rosi Ebert können sich den Platz nicht ohne "Dimis" Trinkhalle vorstellen. "Er ist immer hilfsbereit und sorgt für Ordnung. Auch schicken die Menschen ihre Kinder zum Einkaufen an die Trinkhalle, da sie wissen, dass Dimi aufpasst", erklärt Ebert.

Einen Abriss hat die Stadt nicht geplant, doch es bleibt das Problem mit den Toiletten. "Meine Kunden konsumieren weniger, weil sie keine Toilette in der Nähe finden. Manche meinen, sie hätten zwar noch ein Bier getrunken, gehen aber, da es kein WC gibt. Mein Umsatz geht so nach unten", erzählt Xanthopoulos und fragt sich, wie lange er die Trinkhalle unter diesen Umständen noch betreiben kann.

Eine Äußerung Gangels macht Xanthopoulos nun aber Hoffnung. "Der Betreiber der Trinkhalle muss sich beim Grünflächenamt eine Genehmigung für sein Dixie-Klo abholen, dann darf er dieses auch wieder aufstellen."bki

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