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Kommentar: Nicht um jeden Preis
Vielleicht war es etwas unglücklich, dass das städtische Hochbauamt für das Museum der Weltkulturen eine Kostenschätzung von 80 Millionen Euro in die Welt gesetzt hat. Denn die Basis für diese Kalkulation war äußerst dürftig. Aber es ist zweifelhaft, ob die Baukosten wirklich viel zu hoch gegriffen sind, wie Kulturdezernent Felix Semmelroth vermutet. Beim Historischen Museum zum Beispiel wurden die städtischen Baufachleute für ihre zu niedrige Kostenschätzung kritisiert . . . Und erfahrene Sachverständige warnen, dass ein Bauen am Mainufer tief im Grundwasser ein erhebliches Risiko birgt.
Wie es auch sei: Die Nennung der 80 Millionen Euro war ein heilsamer Schock. Zwar versichert Semmelroth, dass er so oder so nach Einsparmöglichkeiten gesucht hätte. Aber jetzt weiß er: Im Stadtparlament bekommt er nur dann eine Mehrheit für das von ihm forcierte Projekt, wenn er die Kosten deutlich senkt. Man darf gespannt sein, ob ihm das mit einer eigenes gegründeten Gesellschaft, auf die er direkten Einfluss hat, besser gelingt als mit dem Hochbauamt, das einem anderen Dezernenten untersteht. Mit niedrigeren Kostenschätzungen, die sich später dann als unrealistisch herausstellen, ist niemandem gedient.
Die Stadtverordneten sind gut beraten, sich die weiteren Planungen genau anzuschauen. Ein größeres Museum der Weltkulturen ist wünschenswert und sinnvoll. Aber nicht um jeden Preis.



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