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Marbachweg aus Protest umbenannt
Nach den Anfeindungen eines Anwohners trägt er nun den Namen Otto Franks, des Vaters von Anne Frank
Am Marbachweg im Dornbusch steht ein Haus, dessen Besitzer seinen Gartenzaun mit ausländerfeindlichen Parolen bestückt hat (wir berichteten). Gestern wurde der Weg als Protest dagegen symbolisch umbenannt.
Frankfurt. Der Marbachweg wurde symbolisch in Otto-Frank-Weg umbenannt. Fotos: Rainer RüfferSturm und Regen konnten die gut 60 Personen nicht davon abhalten an der symbolischen Umbenennung des "Marbachweges" in "Otto-Frank-Weg", dem Vater von Anne Frank, teilzunehmen. Die Gruppe sieht die Aktion als Protest gegen die ausländerfeindlichen Parolen eines Anwohners.
Zu der Umbenennung hatte die Jugendbegegnungsstätte Anne Frank eingeladen, um, wie der Leiter des Jugendzentrums, Meron Mendel, sagte, "ein Zeichen für Demokratie und Menschenrechte zu setzen". Man habe mit der Aktion an das Beispiel von Otto Frank anknüpfen wollen, dessen Anne Frank Fonds bis heute Menschrechtsprojekte in Europa, Israel und Palästina, Indien und anderen Ländern unterstütze. Mendel wies darauf hin, dass jüngsten Studien zufolge "Rassismus und Diskriminierung nicht nur am politischen Rand der Gesellschaft zu finden sind, sondern auch in der sogenannten "Mitte der Gesellschaft" angekommen sind."
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Hanskarl Protzmann, Turgut Yüksel und Renate Wolter-Brandecker (v. r.) vor dem Haus im Marbachweg.Stadtrat Munoz del Rio überbrachte die Grüße des gesamten Magistrats und wünschte der Aktion "viel Erfolg". "Wir wollen in unserer Stadt keine Neo-Nazis", sagte die stellvertretende Stadtverordnetenvorsteherin Renate Wolter-Brandecker, die die Umbenennung des Marbachweges als Zeichen dafür bezeichnete, dass "Fremdenfeindlichkeit in Frankfurt keine Heimat haben darf". Die Stadtverordnetenversammlung sei ein gutes Beispiel dafür, wie gut sich viele Migranten gemeinsam mit Deutschen für das Wohl der Stadt einsetzen.
Der Vereinsvorsitzende der Jugendbegegnungsstätte Anne Frank, der früherer Baudezernent Hans-Karl Protzmann, erinnerte daran, dass in der unmittelbaren Nachbarschaft das Geburtshaus Anne Franks stehe und an die Vertreibung der Familie Frank aus Deutschland. Das Symbol, den Marbachweg in "Otto-Frank-Weg" umzubenennen, "soll aufrütteln zusammenzustehen, um in Festigkeit im Geist Otto Franks für die unteilbaren Menschenrechte einzutreten."
Wohl wegen des Regens waren nur einige Schülerinnen der 9. Klasse der Anne-Frank-Schule zu der Demonstration gekommen. Eine der Lehrerinnen verwies auf einen Schüler ihrer Schule aus Eritrea, der von dem Bewohner des Hauses Marbachweg 326 verbal angegriffen worden sei, er habe hier nichts zu suchen und solle Deutschland verlassen. Aus Furcht, so die Lehrerin, habe er sich bisher geweigert, den Vorfall bei der Polizei anzuzeigen.
Der SPD-Stadtverordnete Turgut Yüksel zeigte eine Mail, die er nach der Ankündigung der Umbenennung des Marbachweges erhalten hatte. Darin wurde die Drohung ausgesprochen, gerade er "als Türkischstämmiger" solle vorsichtig sein, "wie Sie sich gegenüber den hier beheimateten deutschstämmigen Mitbürgern verhalten. Ein deutscher Pass und die Tatsache, dass Sie hier geboren sind gibt Ihnen noch lange nicht das Recht, über uns zu urteilen, wenn wir uns wehren gegen Überfremdung und Islamisierung". Eine aus der Türkei stammende Berufsschullehrerin aus der Nachbarschaft berichtete, dass ihr, nachdem sie auf facebook zu der ersten Mahnwache aufgerufen hatte, geantwortet wurde: "Machts wie Hitler mit den Juden". wyg



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