Neues Museum soll kleiner werden

Weltkulturen: Verzicht auf zweites Untergeschoss könnte Kosten sparen – Für Bau wird eigene GmbH gegründet

Der geplante Neubau für das Museum der Weltkulturen soll deutlich kleiner und damit billiger werden. Um Kosten- und Zeitplan besser einhalten zu können, wird eine eigene Gesellschaft für den Bau gegründet.

Frankfurt. Auf das städtische Hochbauamt sind einige Kommunalpolitiker im Römer schon seit längerem nicht gut zu sprechen. Bei der Kostenschätzung für den Neubau des Historischen Museums etwa hätten "die Zahlen hinten und vorne nicht gestimmt", kritisiert die Stadtverordnete Heike Hambrock (Grüne). Und auch der Werkstätten-Umbau bei den Städtischen Bühnen sei ziemlich schiefgelaufen. Beim Museum der Weltkulturen soll jetzt alles besser werden. Für den umstrittenen unterirdischen Neubau im Museumspark soll im Herbst eine städtische Gesellschaft gegründet werden. Das Hochbauamt – an sich zuständig für alle städtischen Bauvorhaben – ist damit aus dem Spiel.

Weniger als 80 Millionen

Die Fachleute aus dem Hochbauamt hatten die Kosten für den unterirdischen Museumsbau auf rund 80 Millionen Euro zuzüglich Planungskosten geschätzt. "Diese Zahl ist völlig überzogen", sagte gestern Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU). Er rechnet damit, dass die Kosten am Ende deutlich darunter liegen werden, nannte aber keine konkrete Summe.

Um Geld zu sparen, wird jetzt geprüft, ob der Neubau etwas kleiner ausfallen kann. "Möglicherweise kann auf ein Untergeschoss verzichtet werden", sagte Semmelroth. Nach den Plänen, mit denen das Architekturbüro Kühn Malvezzi den Wettbewerb gewonnen hatte, würde der Neubau zwei Stockwerke in die Tiefe reichen. Diese Bauweise aber gilt wegen der Grundwasserströme und der nötigen Abdichtung des Bauwerks als besonders teuer. "Wir prüfen, ob zum Beispiel Veranstaltungsräume oder die Bibliothek verkleinert werden können", sagte der Kulturdezernent. Auch auf das im historischen Kutscherhaus geplante Café könne vielleicht verzichtet werden. Eine Vergrößerung des geplanten oberirdischen Gebäudes an der Metzlerstraße hingegen kann sich Semmelroth nicht vorstellen.

Nach Ansicht von Heike Hambrock wären in dem Neubau weniger Lagerflächen nötig, wenn die Stadt an der Borsigallee ein weiteres Depot für die Museen bauen würde. Dieses Projekt sei vor zwei Jahren auf Betreiben des Kämmerers gestrichen worden. Auch könne man überlegen, ob die frühere Polizeivilla am Schaumainkai weiterhin vom Museum genutzt wird. Nach den derzeitigen Plänen soll sie verkauft werden, um Einnahmen für den Neubau zu erzielen.

Planung bis Ende 2012

Die geplante städtische Gesellschaft soll nur wenig Personal haben und nebenamtlich von einem Mitarbeiter des Kulturamts geführt werden. Semmelroth verspricht sich damit eine bessere Abstimmung. "Es handelt sich schließlich um ein besonderes Bauvorhaben." Auch bei anderen Projekten – etwa dem Brandschutzzentrumim Marbachweg – sei man so verfahren. Als Nebeneffekt könnte man darüber hinaus die Mehrwertsteuer sparen. Nach Informationen der FNP geht es zudem darum, die strengen Vorgaben bei der Ausschreibung von öffentlichen Bauvorhaben zu umgehen.

Bei der Opposition im Römer gibt es immer wieder Kritik an dem Museumsneubau. Verschieben will Semmelroth das Projekt aber auf gar keinen Fall. "Dann wäre es tot", ist er überzeugt. Bis Ende 2012 oder Anfang 2013 will er dem Stadtparlament eine Bau- und Finanzierungsvorlage zukommen lassen. mu

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