Protest gegen "Mord für den Sport"

Um die 500 Tierschützer protestierten am Eisernen Steg gegen die Tötung von Straßentieren in der Ukraine

Seit Wochen laufen Tierschützer in ganz Deutschland Sturm. Am Wochenende forderten sie mit einer Mahnwache am Eisernen Steg den Stopp von Tiermorden in der Ukraine.

Frankfurt. Tierschützer demonstrierten am Eisernen Steg gegen Tiertötungen in der Ukraine. Foto: Weis Die Bilder des Grauens hat sich die Frankfurter Tierschutzaktivistin ihren Körper geheftet. Fotos, aufgenommen in der ukrainischen Hauptstadt Kiew, die Straßen zeigen, die mit Tierleichen übersät sind. Hunde, erschossen, vergiftet oder erschlagen. Manche waren sogar lebendig in fahrbare Krematorien geworfen worden. Ein anderes Bild zeigt eine sterbende Hundemutter mit fünf Welpen; auf einem weiteren schlagen gleich drei Männer mit einem Stock auf einen Hund ein.

Gegen diese Grausamkeiten protestierten am Samstag hunderte Tierfreunde mit ihren Vierbeinern am Eisernen Steg. Zi einer Mahnwache mit Kerzenlicht hatten sich die mehreren hundert Teilnehmer verabredet.

Monatelanger Protest

Seit mehreren Monaten bringt die Tierschutzorganisation Peta (People for the Ethical Treatment of Animals) entsetzliche Bilder aus der Ukraine mit, wo im kommenden Jahr die Fußball-Europameisterschaft ausgetragen wird. Zuvor, sp prangert Peta an, solle "das Land rechtzeitig von Straßentieren gesäubert werden". Im Internet-Netzwerk Facebook hatte Peta den Skandal bekannt gemacht, dort hatte sich die Aktionsgruppe "Fair Play – EM 2012 OHNE Tiermorde" gegründet. In 15 deutschen Großstädten hatte sie nun aufgerufen, gegen den "Hunde-Holocaust in der Ukraine" auf die Straße zu gehen. Die meisten Aktivisten kannten einander überhaupt nicht, hatten nur via Facebook Informationen und Termine ausgetauscht.

Geschmäht und geächtet, und unter dem massiven Druck, vor Beginn der EM das Image als "Schlachthaus Ukraine" (Titel in der "New York Times") wieder loszuwerden, habe die ukrainische Regierung im November mehrfach verkündet, die Massentötungen zu stoppen, so Peta. Tierschützer hielten dies jedoch für laue Beschwichtigungsversuche für die Sponsoren, und auch Peta warnte gleich vor all zu großer Euphorie: Das Töten gehe nachweislich unvermindert weiter.

Rührender Moment

"Das war einfach nicht mehr zum Aushalten" sagt Giovanna Pepaj, von der Frankfurter "Fair-Play"-Gruppe, die auf der Mahnwache Informationen verteilte. "Wir wollten endlich auf die Straße! Denn wer nicht gerade bei Facebook unterwegs ist, hat von diesem Mord für den Sport vielleicht gar nichts mitbekommen." Die 31 Jahre alte Hanauerin war von dem "leuchtenden" Aufmarsch geschätzter fünfhundert Tierfreunde völlig überwältigt. Als sich diese mit ihren Tieren und Kerzen auf der Brücke zur Schweigeminute formierten, trieb es der ansonsten "nicht nahe am Wasser gebauten" Anästhesie-Schwester die Tränen in die Augen. "Die Kundgebung in Frankfurt war ein voller Erfolg" resümiert die Tierfreundin, die selbst vier Straßenhunde bei sich aufgenommen hat.

Lokale Prominenz war auf dem Eisernen Steg nicht zu finden. "Wir hatten viele Promis angeschrieben, doch der Einzige der uns antwortete, war Kaja Yanar." Der Frankfurter Comedian, selbst für Peta gegen die Tiertötungen aktiv, wünschte den Aktivisten in seiner Heimatstadt viel Erfolg. eb

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