Rewe zieht ins Herz der Lübke-Siedlung

Die Bauarbeiten im Quartier sind voll in der Zeit

Gute Nachrichten aus der Lübke-Siedlung: Das Modellprojekt ist voll im Zeitplan. Die Info-Box scheint die Wogen geglättet zu haben. Und auch für den Supermarkt hat inzwischen ein Betreiber unterschrieben.

Von Lucas Jager

Praunheim. "Vergangene Woche hat Rewe den Vertrag unterzeichnet." Frank Junker, Geschäftsführer der ABG Holding Frankfurt, ist zufrieden. Nun ist endlich ein Betreiber für den geplanten Supermarkt gefunden, der als Kern des Quartierzentrums in der Heinrich-Lübke-Siedlung gedacht ist. Es habe noch weitere Wettbewerber gegeben, Rewe habe aber die besten Konditionen geboten. "Vor allem eine lange Vertragslaufzeit war uns wichtig. Schließlich wollen wir langfristig die Nahversorgung der Siedlung sichern", sagt Junker. Für zehn Jahre habe die Supermarkt-Kette unterschrieben – mit Aussicht auf Verlängerung. "Mit Rewe schaffen wir einen Magnet auch für andere Gewerbetreibende." Vor allem die bereits vorher ansässige Apotheke, die Änderungsschneiderei und der Frisör-Salon, die zurzeit in der Nähe untergebracht sind, würden so profitieren. Zwei oder drei kleine Ladenlokale seien aber auch noch frei. "Wir könnten uns gut vorstellen, dass hier ein Bäcker oder ein Café einzieht", meint Junker.

Seniorenanlage ist fast fertig

Bei der Fertigstellung der Höfe seien die Bauarbeiten voll im Plan: "Die Seniorenwohnanlage, die uns ja als Prototyp dient, ist fast fertig. Die Aufräumarbeiten werden wir im Frühjahr abschließen." Auch der Hof 1 in der Heinrich-Lübke-Straße 2-14 sei bereits zu zwei Drittel fertiggestellt. "Deshalb können wir im Frühjahr wie geplant mit Hof 2, der Lübke-Straße 16-26, beginnen", erklärt Junker. Zuversichtlich ist er auch, was die langfristige Planung angeht: "Die angepeilte Gesamt-Bauzeit werden wir so locker einhalten können."

Dank der Info-Box, die Junker im Spätsommer eingeweiht hat, habe sich die Kommunikation mit den Mietern verbessert. Ärger wie der in der Seniorenwohnanlage über hohe Schmutz- und Lärmbelastung (wir berichteten) sei deshalb inzwischen abgeebbt, sagt Junker. Christian Wernet (CDU), Ortsvorsteher des Bezirks 7 (Hausen, Industriehof, Praunheim, Rödelheim, Westhausen), bestätigt auf Anfrage der FNP: "Uns liegen zurzeit keine Beschwerden vor." Die Kommunikation zwischen Ortsbeirat und ABG hat seinen Angaben zufolge immer gut funktioniert.

"Die Box wird äußerst rege in Anspruch genommen", betont Junker. Zwei Mitarbeiter kümmern sich zweimal pro Woche um die Belange der Bürger. "Vor allem jetzt, wo Hof 2 vor der Tür steht, wollen viele Bewohner wissen, was das genau für ihre Wohnung heißt." Neben einer Menge Überzeugungsarbeit müsse die Mannschaft vor Ort oft auch ganz praktisch helfen: "Mal kümmern wir uns darum, dass die Waschmaschine nicht mehr in einen Raum passt, mal helfen wir, einen Toilettenpapier-Halter anzubringen." Aus einigen Fehlern bei der Sanierung des Prototyps habe man auch gelernt: "Wir bieten den Mietern jetzt unsere Hilfe beim Abkleben der Möbelstücke an." Aber Belastung und Probleme seien nie ganz zu verhindern: "Eine Baustelle bringt immer Dreck und Lärm. Und wenn verschiedene Gewerke zusammenarbeiten, kann es auch zu Turbulenzen kommen." Schließlich sei alles Handarbeit und keine serielle Produktion.

Soziale Mischung

Eine Siedlung komplett sanieren und ergänzen – das ist das Modellprojekt "Heinrich-Lübke-Siedlung", für das die ABG vier Jahre veranschlagt hat. Dabei werden vor allem die Energieeffizienz der Häuser verbessert, die Treppenhäuser und Eingänge saniert sowie Innenhöfe und Grünflächen gestaltet. Außerdem soll das Quartierszentrum unter anderem mit einem Neubau ein neues Gesicht bekommen. Bei einer Nachverdichtung, die zuletzt auf der Agenda steht, wollen die Stadtplaner auch frei finanzierte Wohnungen schaffen, um für soziale Vermischung zu sorgen. Laut Junker werden alle Mieter in ihren Wohnungen bleiben können. Allerdings erhöhe sich der Mietpreis um durchschnittlich 80 Cent pro Quadratmeter, wobei die Energiekosten im Mittel um 70 Cent sinken würden, erklärt der ABG-Chef.

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