Schmiererei muss endlich weg

Ortsbeirat 5 regt an, dass Jugendliche die Fassade der Bahnunterführung in der Mörfelder verschönern

Tankstellen-Pächter Peter Richter kann eventuell bald aufatmen: Der Ortsbeirat 5 macht sich stark dafür, dass die Betonwand in Höhe der Bahnunterführung in der Mörfelder Landstraße 230 gestaltet wird.

Von Mirco Overländer

Sachsenhausen. Tankstellenpächter Peter Richter kann die Schmierereien nicht mehr sehen und unterstützt die Initiative des Ortsbeirates. Foto: Rainer Rüffer Grauer Waschbeton und dilettantische Schmierereien zieren die Bahnunterführung in Höhe der Mörfelder Landstraße 230. Wenn Tankstellen-Pächter Peter Richter aus seinem Bürofenster schaut, bietet ihm sich dieser triste Anblick. Vor knapp zwei Jahren wandte er sich in der Hoffnung auf Besserung an diese Zeitung. Und tatsächlich zeigte sich Peter Postleb, Leiter der Stabsstelle Sauberes Frankfurt, auf Nachfrage der Frankfurter Neuen Presse kooperationsbereit. "Nachdem Herr Postleb hier war, kamen zwei Leute von der FES und haben ein Stück der Unterführung gereinigt. Das war es aber auch", rekapituliert Richter. Er hofft, dass die Mitglieder des für Sachsenhausen, Niederrad und Oberrad zuständigen Ortsbeirats 5 mit ihren Verschönerungsplänen mehr erreichen können.

Jugendliche ran lassen

Als die Stadtverordnete und Ortsbeirätin Ursula auf der Heide (Grüne) von Peter Richters Problem erfuhr, fackelte sie nicht lange und erstellte einen als Ortsbeiratsinitiative deklarierten Antrag. Dessen Ziel: Den Magistrat beauftragen, "eine künstlerische Gestaltung der Wände der Bahnunterführung mit kunstbegeisterten Jugendlichen aus dem Jugendtreff "Kuckucksnest" zu realisieren." Über den Antrag wird das Stadtteilparlament in seiner nächsten Sitzung heute Abend abstimmen. Doch da bereits alle Parteien signalisierten, das Papier zu unterstützten, ist schon jetzt absehbar, dass die vom Ortsbeirat finanzierte Verschönerungsaktion zumindest keine politischen Hürden im Wege stehen werden.

"Frau auf der Heide sagte mir, die Gelder wären kurzfristig verfügbar und der Zeitrahmen läge bei rund drei Monaten", freut sich Tankstellenpächter Richter über den kurzfristig zustande gekommenen Initiativ-Antrag des Stadtteilparlaments. Welches künstlerische Motiv die Schmierereien und graue Betonfassade ersetzen soll, ist dem Pächter egal. "Weil dies ein Tor zu Sachsenhausen ist, hat Herr Postleb einen Bembel als Motiv vorgeschlagen", sagt Richter, der um den Szenekodex der Graffiti-Sprayer weiß. Demzufolge darf eine optisch ansprechende Wandgestaltung nicht durch Schmierereien beschädigt werden. "Was da auch hinkommen könnte – besser als eine graue Wand wäre es allemal", meint Richter.

Visitenkarte für die Stadt

Antragsstellerin Ursula auf der Heide ist der Ansicht, dass die Wände der betroffenen Bahnunterführung "aufgrund ihrer Lage eine Visitenkarte der Stadt Frankfurt am Main" sei, die sich aber leider in einem unattraktiven Zustand befinde. Während Fassaden-Reinigungen bekanntermaßen nur kurzfristig Besserung bringen, zeigten neuste Untersuchungen, dass künstlerisch gestaltete Flächen und Orte eine höhere Vandalismusresistenz aufweisen. Zudem sei ein erstes Gespräch mit Verantwortlichen des "Kuckucksnests" auf positive Resonanz gestoßen. Aufgrund der räumlichen Nähe der Jugendeinrichtung sei dieses der ideale Partner für die Verschönerung der 40 Meter langen und vier Meter hohen Fassade. Zur Finanzierung der Verschönerung wäre der Ortbeirat 5 bereit, bis zu 4000 Euro aus seinem eigenen Budget beizusteuern.

Nun, da endlich Zug in die geplante Verschönerungsaktion gekommen ist, hofft Peter Richter, dass die Jugendlichen vom "Kuckucksnest" sich etwas Tolles einfallen lassen. Genug Platz um ihre Ideen zu verwirklichen hätten sie auf jeden Fall zu beiden Seiten der Mörfelder Landstraße. "Klasse wäre es natürlich, wenn sie auf meiner Seite einen Ferrari hinbekommen könnten", sagt Richter, der gespannt ist, ob sich die Aktion so rasch umsetzen lässt, wie vom Ortsbeirat geplant.

Der Ortsbeirat 5 tagt heute um 19 Uhr in der Aula der Hochschule St. Georgen in der Offenbacher Landstraße 224.

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