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Stadt soll Krippen-Neubau überarbeiten
U3-Projekt am Industriehof nicht weiter verfolgen, bis alle Probleme gelöst sind
Schon die Präsentation des Krippen-Neubaus am Industriehof war durchgefallen. Nun wird gefordert, das Bauprojekt so lange ruhen zu lassen, bis die offensichtlichen Probleme an der Planung zufriedenstellend behoben sind.
Industriehof. Auf der einen Seite stehen 50 Krippenplätze, die dringend in der Stadt benötigt werden. Auf der anderen Seite ein Standort, bei dem schon auf den ersten Blick viele Probleme zu erkennen sind. Ein Widerspruch, wie auch der Ortsbeirat 7 findet. Und deshalb steht in der Sitzung des Stadtteilparlaments eine interfraktioneller Tischvorlage zur geplanten Krippe am Industriehof zur Abstimmung.
"Im Zusammenhang mit dem Bauprojekt stehen die generelle Befürwortung der Verbesserung der Betreuungssituation vor allem für Kinder unter drei Jahren im Ortsbezirk schwerwiegende Bedenken hinsichtlich des geplanten Standorts gegenüber", sagt Volker Meisinger-Persch (Grüne), der den Antrag verfasst hat. Bei der Präsentation im Januar seien vielfältige Probleme des vom Stadtschulamt ausgewählten Standorts erkenntlich gewesen, die nach Ansicht des Ortsbeirats nicht zufriedenstellend gelöst sind. Darüber hinaus seien Fragen offen geblieben. Etwa, welche alternativen Standorte geprüft wurden und warum diese nicht in Frage kamen.
Die Probleme: Zum einen soll die Freifläche der Krippe in einem Landschaftsschutz entstehen, in dem es seltene Tier- und Pflanzenarten gibt. Darüber hinaus sind drei Pächter der Grundstücke betroffen, die in dem Gebiet seit bis zu 30 Jahren wohl gepflegte Gärten unterhalten. Diesen ist seitens der Stadt bereits gekündigt worden, ohne die Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung und des Ortsbeirats abzuwarten, kritisiert Meisinger-Persch.
Zum anderen geht der Ortsbeirat aufgrund der vorgestellten Planung von massiven Verkehrsproblemen aus, die sich zu den üblichen Zeiten des Hinbringens und des Abholens der Kinder ergeben werden.
"Wegen der Lage ist davon auszugehen, dass die Mehrheit der Kinder per Auto zu der Einrichtung gebracht und wieder abgeholt werden", sagt Meisinger-Persch. Nach Darstellung der Planung sollen die Kinder mittels des sogenannten "Kiss und Go"-Prinzips die Krippe erreichen. Das "Kiss und Go"-Prinzip geht davon aus, das die Eltern kurz vor der Krippe mit dem Auto halten, die Kinder aussteigen lassen und dann weiterfahren. Davon sei allerdings bei einer Einrichtung für unter 3-Jährige nicht auszugehen. Realistisch ist, dass Eltern ihre Kinder in die Einrichtung hineinbringen – und deshalb in der zweiten Reihe parken und den Verkehr behindern (wir berichteten).
Deshalb fordert das Stadtteilparlament nun, dass die Verwaltung die Verkehrsplanung unter Berücksichtigung der vorangestellten Problematik überarbeitet und dem Ortsbeirat zügig vorstellt – das Bauprojekt aber so lange ruhen zu lassen, bis alle offenen Fragen beantwortet und die offensichtlichen Probleme an der Planung zufriedenstellend behoben sind. Wenn die offensichtlichen Probleme an der Planung – vor allem die Verkehrsproblematik – nicht zufriedenstellend behoben werden kann oder das Neubauprojekt an anderer Stelle realisiert werden könnte, soll die Krippe an anderer Stelle realisiert werden.
Martin Müller-Bialon, Sprecher der scheidenden Schuldezernentin Jutta Ebeling (Grüne), hat auf Anfrage dieser Zeitung zugesichert, dass vor allem die Verkehrsanbindung nochmals geprüft und gegebenenfalls verbessert wird. "Wir versuchen alles, um den Ortsbeirat davon zu überzeugen, dass dies der richtige Standort ist. Eine Alternative für Rödelheim gibt es nicht." sim
Der Ortsbeirat tagt heute ab 19 Uhr im Psychosozialen Zentrum, Rödelheimer Bahnweg 29. Anschließend ist Neujahrsempfang.



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